Einstand bei der GDKG

Karnevalist Willi Baukhage singt Bönnsche Lieder

Geschafft, aber glücklich: Willi Baukhage (rechts) verausgabte sich in seiner Rolle als Sänger. Begleitet wurde er von Andreas Gassewicz (links) und für ein paar Lieder auch von Gitarrist Wolfgang Stahl.

Geschafft, aber glücklich: Willi Baukhage (rechts) verausgabte sich in seiner Rolle als Sänger. Begleitet wurde er von Andreas Gassewicz (links) und für ein paar Lieder auch von Gitarrist Wolfgang Stahl.

Dransdorf. Der Karnevalist Willi Baukhage gibt bei der Großen Dransdorfer Karnevalsgesellschaft zusammen mit Andreas Gassewicz seinen Einstand als Sänger von selbstkomponierten Stücken.

Jetzt singt er auch noch. Willi Baukhage, seines Zeichens Moderator, Karnevalist und Vereinsfunktionär, vor vielen Jahren selbst als Redner in der Bütt, hat sich immer vor Publikum getraut und ist Bühnen gewohnt. Aber dieses Mal war es doch anders: Bevor am Freitagabend die Premiere der Veranstaltung „Echt Bönnsch“ im Vereinsheim der GDKG in Dransdorf begann, lief er wie ein aufgeregter Tiger herum.

Willi Baukhage war nervös, denn er wollte seinen Einstand als Sänger geben. Zusammen mit Andreas Gassewicz hatte er sich überlegt, ein Programm mit Bönnschen Liedern vorzutragen, zum Teil sogar selbstkomponierte Stücke, die selbst die eigene Ehefrau vorher nicht gehört hatte. Baukhage hatte 80 Freunde eingeladen, und aus Duisdorf, Dransdorf, Endenich, Poppelsdorf und Beuel kamen Abordnungen. Sie ließen sich auf eine Reise durch die Stadt mitnehmen.

„Echt Bönnsch“, „Bonn am Rhing“, „Bönnsche im Jlöck“ und „He in Bonn“ hießen die Lieder, die das erste Mal aufgeführt wurden – und genau davon handelten sie auch: Von der schönen Heimat, dem Brauchtum und dem Glück, hier leben zu dürfen, dem Frohsinn und dem Fastelovend. Dazu gab's ein Ostermann-Potpourri und sogar den Auftritt mit kompletter Band, zu der noch Wolfgang Stahl, Michael Kehne, Holger Müller, Sophie Schneider und André Wenzel gehörten und intonierten: „Ding Schnüss es zum Bütze do“.

Kurzum: Auch wenn Baukhage keine Bewerbung als Operntenor abgab, der die hohen Lagen trifft, bei seinen Liedern schmolzen die Zuschauer trotzdem dahin, weil sie das Bönnsche Herz erwärmten. Der Beifall war deshalb nicht nur lang und anhaltend, sondern auch verdient. Baukhage nahm den Applaus schweißgebadet und freudig-enthusiastisch entgegen.

Mit Andreas Gassewicz aus Vilich-Müldorf hatte er einen Profi an seiner Seite, der mit Akkordeon, Piano, Ukulele und Gitarre begleitete sowie selbst sang, sodass Baukhage bei seinem Partner in guten Händen war. Und zum Titel der Veranstaltung sagte Baukhage integrative Worte: „Zwei Drittel der Bonner sind zwar keine echten Bönnsche, aber das ist nicht schlimm. Die Hauptsache ist, wir haben Spaß zusammen und Bonn bleibt der schönste Fleck im Rheinland.“

Am Ende wurde er selbst noch überrascht. Hans Mayer, Präsident der Rheinischen Karnevalskooperation, zeichnete Baukhage mit dem selten verliehenen Sonderorden aus, weil er sich um den Karneval und das Brauchtum verdient gemacht habe. Und als Mayer dann auch noch einräumte, ihm sei zu viel Rockmusik im Karneval und man brauche wieder andere Lieder, klatschte das Publikum erneut heftig Beifall. Solche Lieder, die er meinte, hatten sie in den 90 Minuten vorher schließlich gehört und dazu geschunkelt. Eine Fortsetzung des Auftritts von Baukhage & Gassewicz ist nicht ausgeschlossen, hieß es am Ende. Ein Video des selbstkomponierten Lieds „He in Bonn“ ist übrigens bei Youtube unter dem Stichwort „Echt Bönnsch“ zu sehen. Vielleicht wird es ja noch ein Klickrenner.

Die nächste Veranstaltung im GDKG-Vereinsheim, Grootestraße 1, findet bereits diesen Montag, 16. Oktober, statt. Dann kommen zu der Talkshow „Bönnsche Köpp“ um 20 Uhr J.P. Weber, Rupert Schiche und Thomas Küpper. Der Eintritt ist frei.