Veranstaltung im Telekom Dome

Karnevalsmesse zeigte in Bonn die neuen Trends

Hardtberg. Kostüme, Kamelle, Kopfbedeckungen – welche Trends werden die nächste Karnevals-Saison bestimmen? Eine Vorschau lieferten 111 Aussteller bei der Karnevalsmesse im Telekom Dome.

Der Aschermittwoch liegt schon drei Monate zurück, höchste Zeit also, sich auf die nächste Karnevalssaison vorzubereiten. Etwa 111 Aussteller präsentierten am Wochenende die Trends für die nächste Karnevalszeit im Telekom Dome. Besucher konnten sich über Kostüme, Süßwaren, Getränke und Veranstaltungstechnik informieren und die Neuheiten gleich ausprobieren.

Auf der Bühne im Außenbereich traten Karnevalsbands auf, darunter „Paveier“, „Köbesse“ und „Räuber“. “An den beiden Messetagen sind insgesamt 48 Programmpunkte auf der Bühne zu sehen“, erklärte Veranstalter Lutz Persch. „Aber nicht nur namhafte Bands, auch unbekannte, aber gute Künstler sind dabei.“ Persch rechnete mit 5000 bis 6000 Besuchern. „Unsere Aussteller kommen aus ganz Deutschland – und dem nahen Ausland, etwa den Niederlanden.“

Von dort kam etwa Sjohn Smeets. Der Niederländer stellt seit 25 Jahren Kunststoffhüte in allen denkbaren Formen her. „Ich bastle die Hüte nach den Vorstellungen meiner Kunden“, sagte er. „Wenn sie etwa einen Koffer, ein Mikrofon, ein Flugzeug auf dem Kopf tragen möchten, dann machen wir das.“ Die Hüte hätten ungefähr das Gewicht eines Glas Kölschs. „Die Leute wollen immer mehr etwas spezielles, für sich selber“, so Smeets, „und das stellen wir her: Hüte die ganz einzigartig sind.“

Diese Entwicklung beobachtet auch Pea Schneider aus Bergisch Gladbach. Sie fertigt individuelle Narrenkappen an. „Der Trend im Karneval geht grundsätzlich dahin, dass es sehr viel individueller sein soll“, so Schneider. „Das Interesse der Leute an diesen standardisierten Kostümen sinkt – daher habe ich einen wahnsinnigen Zuspruch.“ Ihre Narrenkappen stellt sie aus verschiedenen Stoffen her und veredelt sie mit Glitzer, Steinchen und Pailletten. „Alles, was glitzert und funkelt, funktioniert gerade besonders gut.“

Diesen Trend hat auch Manon van der Vorst bemerkt: Die Mitarbeiterin eines niederländischen Stoffhändlers hatte viele glitzernde Stoffe aus dem Sortiment mitgebracht. „Viele äußern den Wunsch, dass wir mehr funkelnde Stoffe anbieten“, sagte sie. „Pailletten und Glitzerstoffe sind wirklich sehr beliebt – aber auch alle anderen glänzenden Stoffe, die am besten auch noch elastisch sind.“ Bei dem niederländischen Unternehmen geben sowohl kleine Karnevalsvereine, als auch Großhändler Bestellungen auf.

Zwischen den Stoffmustern von „Van Der Vorst“ sah sich auch Andrea Schmitz-Feyen (45) von der Karnevalsgesellschaft Feytaler Jecken aus Mechernich um. Auch die Schneiderin des Vereins war mitgekommen. „Wir sind speziell wegen des Stoffstands hier“, sagte Schmitz-Feyen, „wir suchen Stoffe für unseren Umzug und für die Kostüme unserer Tanzgarde.“ 

Auch Michael Dresbach war zur Messe gekommen. Der 20-Jährige sah dem Workshop einer Kölner Tanzschule zu, der auf dem Spielfeld der Arena stattfand. „Ich bin schon lange im Karneval aktiv und will einfach mal sehen, was es hier so neues gibt“, sagte er. 

Trotz individueller Kostüme und glitzernder Stoffe – im Außenbereich des Telekom Domes war zu sehen, was sich so schnell nicht ändern dürfte: viele lachende Kinder und Erwachsene mit Kölsch-Gläsern in der Hand.