Studienhefte voller kölscher Lieder

Mitsing-Abend "Loss mer singe" in der Uni

Konfettiregen und kölsche Lieder statt Vorlesung: Karnevalsjecke feiern in der Aula der Uni Bonn.

Konfettiregen und kölsche Lieder statt Vorlesung: Karnevalsjecke feiern in der Aula der Uni Bonn.

Bonn. Passend zum Motto "Loss mer fiere un studiere" fand das Mitsing-Konzert "Loss mer sing" erstmals in der Aula des Unihauptgebäudes statt: Mit dabei waren die Kölner Bands Cat Ballou und Kasalla.

Die Universität Bonn ist erfüllt von Hot-Dog-Duft und Karnevalsliedern, klingenden Kölschgläsern und buntgewandeten Partygängern. Eine ungewöhnliche Kombination, aber eine wirkungsvolle. Erstmals hat die Hochschule ihre Aula für eine Karnevalsveranstaltung zur Verfügung gestellt – ausnahmsweise. Zu Ehren eines gleich zweifachen Jubiläums, durfte an einem Ort gefeiert werden, an dem ansonsten eher eine gediegene Atmosphäre vorherrscht. Neben dem 200. Geburtstag der Uni, der sich auch im aktuellen Sessionsmotto „Loss mer fiere un studiere“ widerspiegelt, kann auch die Bonner Ausgabe der beliebten Reihe „Loss mer singe“ auf ein inzwischen zehnjähriges Bestehen zurückblicken: Grund genug, die beiden Institutionen miteinander zu verbinden.

Uni-Rektor Michael Hoch hatte persönlich die Idee, „Loss mer singe“ in die Aula einzuladen und damit dem Mitsingabend die bislang größte Bühne in der Geschichte der Reihe zu bieten. „Ich habe gehört, dies sei immer die beste Veranstaltung der Session“, sagte Hoch zum Auftakt – und die etwa 600 Gäste möchten ihm da nicht widersprechen. Denn auch wenn der Saal vielleicht nicht ganz voll war, stand einer guten Stimmung dank dreier Bands nichts im Wege.

Für das Doppeljubiläum hatten die Universität und der Festausschuss Bonner Karneval mit Bullewuh, Cat Ballou und Kasalla Formationen verpflichtet, die den Jecken überaus vertraut sind. Bei „Et jitt kei Wood“ wollte das Publikum gar nicht mehr aufhören, stimmte den Refrain immer wieder an und brachte Cat Ballou dazu, das Stück noch einmal anzuspielen, und auch bei Kasallas Piraten-Hymne oder „Alle Jläser Huh“ sangen die Gäste lauthals mit. Die „Studienhefte“ mit den Liedtexten, die am Eingang ausgeteilt wurden, sind in diesen Momenten weitgehend überflüssig, die wichtigen Zeilen kennt längst jeder. Alle sangen, tanzten und lachten, Studenten, Mitarbeiter, Gäste, Professoren – und auch Prinz Dirk II und Bonna Alexandra III, die nach ihrem Besuch in Berlin bei Kanzlerin Angela Merkel den Abend in der Universität ausklingen ließen. „Die Session ist genau am richtigen Ort angekommen“, sagten die Tollitäten. Zumindest in diesem Jahr dürfte das stimmen.