Sessionsauftakt in Dransdorf, Lessenich und Duisdorf

Nele I. bringt die Sterne zum Leuchten

Duisdorf. Die Jecken im Bonner Westen starteten am Samstagabend in die Karnevalssession, mit neuen und alten Tollitäten, viel guter Stimmung und ein bisschen Wehmut.

Die Wehmut machte sich bei der Großen Dransdorfer Karnevalsgesellschaft breit, als sich das bisherige Prinzenpaar Manfred I. und Ina I. beim Ordensfest in der Mehrzweckhalle bei der Feuerwehr verabschiedete. Bei ihren Dankesreden rollten auch ein paar Tränen, denn sie hatten ihr Regententum auf Zeit richtig genossen. Sie seien Tollitäten wie aus dem Bilderbuch gewesen, sagte Präsident Willi Baukhage. „Ihr habt die Menschen im Sturm erobert.“ Und beim Verein wird man auch traurig sein, denn das eigentliche designierte Prinzenpaar fällt bekanntlich für diese Session wegen familiärer Schicksalsschläge aus.

Gefeiert wurde trotzdem, dafür hatte die GDKG neben der eigenen Tanzgarde die Flöckchen, Sibbeschuss, Josefine Ohley, die Rheinlandfanfaren, die Henkelmännchen und die Altenrather Sandhasen engagiert. Die KG stellte auch ihren neuen Sessionsorden vor, der im Sinne des Bonner Sessionsmottos „Mir all sin Bönnsche“ neben den Bonner und Godesberger Stadtsoldaten die Wäscherprinzessin vor einem Waschtrog und das Damenkomitee Blau-Weiß Duisdorf samt Esel zeigt: alle Stadtbezirke unter einer Narrenkappe.

Wie geht es ohne Tollitäten weiter? „Wir ziehen unser Programm durch“, sagte Peter Kühlwetter. Statt der Proklamation gibt es am 24. November einen rheinischen Abend. Ansonsten will man auch ohne Prinzenpaar die Hofburg erstürmen.

Die KG Lessenicher Sterne hat auch ihre Sorgen – wie mag es mit der steigenden Saalmiete in der nächsten Session weitergehen? – , aber wenigstens ist die Zeit ohne Tollität vorbei: Mit Nele I. hat der Verein eine überzeugende Kinderprinzessin anzubieten. Die Zehnjährige aus dem Hause Kremser wurde am Samstag in der gut gefüllten Mehrzweckhalle von niemand Geringerem als dem neuen Bonner Prinzenführer Michael Cronenberg gekrönt.

In ihrer Proklamationsrede offenbarte sie einen unwiderstehlichen Charme mit Aussagen wie „Dass ich Prinzessin sein darf, finde ich voll cool“ und „ich habe sehr viel Fantasie – immer noch, obwohl ich schon in der fünften Klasse bin“. Und für ihre Werbung für die Telekom Baskets, für deren Heimspiele sie eine Dauerkarte hat, hätte sie auch Geld nehmen können. Und ihre Liebeserklärung an ihre Eltern begann sie mit dem Satz: „Und jetzt kommt noch ein kleiner Teil, den meine Eltern geschrieben haben, da haben sie gesagt, dass ich den vorlesen soll.“ Nele I. regiert Lessenich unter dem Motto „Klein aber fein – das ist ein Grund, Prinzessin zu sein“. Rund um die Proklamation präsentierten sich die verschiedenen Abteilungen der erfreulich großen Gruppe an Tänzerinnen. Weiterhin trat die Gruppe De Flönz auf, und das designierte Bonner Prinzenpaar machte der smarten Prinzessin seine Aufwartung.

Prinz Thomas I. und Bonna Ann-Christin I. waren vorher bei den Hardtberger Senatoren im Kulturzentrum Hardtberg. Die Karnevalisten, die die „offiziöse Karnevalseröffnung“ mit der Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand veranstalteten, hatten sich gedacht, die beiden bekämen sicher schon genug Blumen. Drum schenkte die neue Vorsitzende Regine Schäfer ihnen stattdessen zwei Adventskalender. Die Duisdorfer erlebten ein kleines, aber feines Programm, das gut in den ausverkauften Saal passte.

Zu Beginn machte das Duo Bernd Dietrich und Sohn Stimmung, später traten die Jugend-Tanzgruppe der Höppemötzjer und die Rheinmatrosen Mülheim auf. Moderator Christoph Schada empfing außerdem das Bonner Duo Knubbelefutz und Schmalbedaach, die Büttrednerin Annemie Kraftschak, den Stimmungssänger Manny Lohmer, den Büttredner Ne Ussjeflippte und als musikalischen Abschluss Die Barhocker. Auf der Sitzung sah man außerdem erstmals die neuen Damenorden der Senatoren: Da die Frauen anders als die Herren keine Brusttasche für einen Einstecksticker haben, tragen sie Anstecker.