Viele Polizeieinsätze am Samstag

So haben Köln und Bonn den Sessionsstart erlebt

Bonn. Trotz des nasskalten Wetters haben mehrere Zehntausend Jecken in bunter Kostümierung am Samstag Plätze und Straßen im Rheinland erobert. In Köln haben Unbekannte einen Getränkewagen aufgebrochen und 260 Liter Kölsch gestohlen. Ein Überblick.

Endlich durfte wieder ganz offiziell geschunkelt, gebützt und gefeiert werden: Tausende Karnevalisten haben sich seit dem frühen Samstagmorgen zum Auftakt der jecken Session um 11 Uhr 11 in den Hochburgen Köln, Düsseldorf und natürlich auch in Bonn versammelt, um den Beginn der Fünften Jahreszeit gebührend zu feiern - und das trotz dauerndem Nieselregen.

Die Sessionseröffnung ist "traditionsgemäß" auch ein besonderer Einsatztag für die Polizei. Menschenmassen, hoher Alkoholkonsum 
und aggressive Störenfriede führten auch in diesem Jahr wieder zu vielen Einsätzen. In Köln ist die Polizei mit rund 1000 Beamten zusätzlich im Einsatz gewesen. Auch in Düsseldorf waren mehr Beamte auf den Beinen. In der Domstadt wurden viele Straßen rund um die Partymeile mit Lastwagen, etwa Müllfahrzeugen, und Betonklötzen zum Schutz gegen mögliche Anschläge gesichert. In der Innenstadt gab es zudem ein Fahrverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen.

Gegen 10.30 Uhr war in Köln auf dem Heumarkt bereits in die maximale Besucherzahl erreicht. Um 11 Uhr war auch der Alter Markt voll ausgelastet, teilte die Polizei mit. Der Veranstalter ließen keine weiteren Personen mehr auf die Platzflächen. Gegen 15 Uhr sperrten Kräfte des Ordnungsamtes und der Polizei auch den Bereich der Zülpicher Straße für weiter zuströmende Karnevalisten ab.

Für Verwirrung sorgte eine Meldung der Bahn, wonach die Kölner Innenstadt "auf Anordnung der Polizei wegen Überfüllung komplett gesperrt" sei. Die Kölner Polizei wollte diese Sperrung auf Nachfrage jedoch nicht bestätigen: Zwar seien Heumarkt und Alter Markt wie schon in den vergangenen Jahren zum Sessionsauftakt stark überlaufen und der Zugang entsprechend gestoppt, von einer kompletten Sperrung könne aber keine Rede sein.

Viele Strafanzeigen in Köln

Unbekannte hatten am Vormittag das vor dem Wartesaal am Dom abgestellte Fahrzeug einer Gewerbetreibenden geknackt und daraus 26 "Pittermännchen" – Zehn-Liter-Kölschfässer – gestohlen. Gegen 13.45 Uhr wurden zwei junge Frauen (beide 23) in der Straße "Am Domhof" von einem Bierkrug am Kopf getroffen. Die Kerpenerinnen wurden dadurch so schwer verletzt, dass sie in einem Krankenhaus behandelt werden mussten. Nach ersten Ermittlungen hatte ein Unbekannter den Krug von einer Brüstung in die Menschenmenge geworfen. Noch bevor Einsatzkräfte zugreifen konnten, war der Täter im Gedränge untergetaucht. Die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung dauern an.

Immer wieder mussten die Uniformierten eingreifen, um Streitigkeiten zu schlichten, Pöbeleien zu unterbinden und Einzelpersonen zur Mäßigung zu ermahnen. In einigen Fällen reichten Platzverweise nicht mehr aus. Polizisten nahmen die zumeist alkoholisierten Störer in Gewahrsam. Es wurden einige Strafanzeigen erstattet: Wegen Körperverletzungs- und Beleidigungsdelikten, Taschendiebstählen, eines Zahlvorgang mit Falschgeld sowie mehreren sexuellen Übergriffen.

Jeckes Treiben in Bonn

Die zentrale Feier zum 11.11. hat in Bonn, wie traditionell üblich, auf dem Marktplatz stattgefunden. Ab 10.30 Uhr feierten dort mehr als 800 Jecke unter dem Motto "Loss mer fiere un studiere" die große Party. Mit dabei: das Bonner Prinzenpaar, Prinz Dirk II. und seine Bonna Alexandra III., die den jecken Bonnern schon kräftig eingeheizt haben. An ihrer Seite: Kinderprinz Luca I. und Kinder-Bonna Christina I.

Auch die Tollitäten aus Bad Godesberg, Prinz Tobias und seine Godesia Vaness, ließen es sich nicht nehmen, mit den Narren den Startschuss für die neue Session zu feiern. Aus Beuel war Wäscherprinzessin Franzi I. auf die andere Rheinseite gekommen. Sie freut sich ganz besonders auf die jecke Zeit, denn schließlich ist sie die 60. Wäscherprinzessin in der Geschichte des Beueler Karnevals. LiKüRa-Prinzessin Mareike I. vervollständigte schließlich die Riege der Bonner Tollitäten.

Um das miese Nieselregenwetter bei sechs Grad vergessen zu können, haute Willi Bellinghausen an seinen E-Piano kräftig in die Tasten und sorgte so zusammen mit den Tollitäten und Moderator Steffen Eisel für beste Karnevalsstimmung.

Marita Köllner heizte dann ab 13.30 Uhr auf dem Marktplatz ein. Im Gepäck hat die Sängerin jede Menge Schlager, mit denen sie bis vor kurzem auch noch den Party-Gängern an der Playa de Palma auf Mallorca richtig einheizte. Köllner feiert in diesem Jahr ihr 50. Bühnenjubiläum.

Bad Godesberg feierte unter dem Motto der Session 2017/2018 „Es och verdötsch de janze Welt, mir fiere wie et uns gefällt!“. Der Festausschuss Godesberger Karneval mit den ihm angeschlossenen Vereinen ludt zur Sessionseröffnung auf den Theaterplatz in Bonn-Bad Godesberg ein.

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(Mit Material von dpa)