Unfall nach Bonner Rosenmontagszug

Zwei Pferde gehen mit Wagen durch

Bonn. Ein Zwischenfall im Auflösungsbereich des Rosenmontagszugs hat zwei Leichtverletzte gefordert. Eine Zeugin berichtet, das Tier sei durch einen Schlag erschreckt worden.

Auf den ersten Blick waren es beängstigende Bilder, die sich am Ende des Bonner Rosenmontagszugs boten. Dann aber wich der erste Schrecken der Erleichterung: Zwei Zuschauer wurden bei dem Kutschenunfall im Bonner Norden nur leicht verletzt und konnten der Polizei zufolge das Krankenhaus noch am Abend verlassen.

Die Situation rund um die Kreuzung von Kaiser-Karl-Ring und Dorotheenstraße ließ zunächst Schlimmeres befürchten. Eine hermetisch abgesperrte Unfallstelle, mehrere Rettungswagen, Autos mit zertrümmerten Scheiben, betretene Mienen von Augenzeugen und – mittendrin – ein sichtlich schockiertes Bonner Prinzenpaar, das sich mit seinem Prunkwagen in Sichtweite hinter dem betroffenen Bagagewagen befunden hatte, als dessen Gespann gegen 16.45 Uhr kurz vor dem früheren Postgebäude außer Kontrolle geriet.

Der Wagen raste über ein Begrenzungsmäuerchen und einen Poller über die Kreuzung und setzte die Panikfahrt jenseits des Kaiser-Karl-Rings fort, passierte das Gebäude der Karlschule und kam nach Kollisionen mit mindestens zwei parkenden Autos und einem vorneweg fahrenden Karnevalswagen schließlich in Höhe der Einmündung der Ellerstraße zum Stillstand. Bei den beiden leicht Verletzten handele es sich um männliche Personen, teilte die Rettungsleitstelle am Abend mit, ohne nähere Angaben zu machen.

Zunächst war fälschlicherweise von mehreren Verletzten die Rede gewesen, weil neun Personen vom Rettungspersonal „gesichtet“ worden waren. Die beiden Kutschenlenker blieben ebenso wie andere Zugteilnehmer unversehrt. Zehn Wagenengel, die den Vorfall hautnah miterlebt hatten, wurden vorsorglich im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Bonn-Mitte betreut. Auch eines der beiden Pferde kam zu Schaden, als es im Galopp vor der Karlschule mit den Beinen unter ein parkendes Auto geriet, dort eingeklemmt wurde und erst mit Muskelkraft mehrerer Männer befreit werden konnte. Danach habe das Tier wieder aufstehen können, berichtete ein Augenzeuge vor Ort. Der Zustand beider Pferde ist dem Vernehmen nach stabil.

„Wir sind noch mitten in den Ermittlungen und werden den Unfallverlauf anhand des Spurenlagebildes nachvollziehen“, sagte Polizeieinsatzleiter Klaus Kapellner. In den Protokollen werden sich auch die Aussagen einer Zeugin finden, derzufolge ein Pferd von einem Unbeteiligten durch einen Schlag aufs Hinterteil erschreckt worden sein soll – eine Schilderung, die rund um die Unfallstelle auch von Zugbeteiligten zu hören war.

Die Ehrengarde der Stadt Bonn, in deren Reihen der Unfall passiert war, wollte sich am Rosenmontag nicht zum Geschehen äußern und verwies vorerst auf die Zugleitung. In dieser Funktion beschrieb Axel Wolf in einer ersten Stellungnahme die beiden Kutschenführer als „sehr erfahrene Teilnehmer an Karnevalszügen“. Beide waren schon tags zuvor bei einem anderen Zug im Einsatz. Ob womöglich auch ihre Erfahrung Schlimmeres verhinderte, könnten die Ermittlungen zeigen.

Offenkundig ist schon jetzt, dass trotz des Schocks eine Menge Glück im Unglück im Spiel war: 80 Meter vor der Unfallstelle säumen traditionell viele Kinder der Kadettengruppen der Ehrengarde den Zug auf den letzten Metern. So war es auch diesmal.

Auch Zwischenfall in Köln: Pferd kollabiert

Auch in Köln kam es am Montagnachmittag zu einem Zwischenfall mit einem Pferd. Das Tier der Nippeser Bürgerwehr stürzte während des Rosenmontagszugs. Zunächst hieß es, der Reiter sei bei dem Unfall verletzt worden.

Ein Video, das ein Zuschauer ins Internet gestellt hat, zeigt, wie Zugteilnehmer vergeblich versuchen, das Pferd nach seinem Sturz wieder aufzurichten. Doch das Tier schafft es zunächst nicht wieder auf die Beine. Laut Medienberichten geht es Reiter und Pferd inzwischen aber wieder besser.