Awo-Sitzung in Duisdorf

Bernd Stelter erhält nach Eklat Rückenwind

Alte Freunde: Bernd Stelter trat wieder bei der Awo-Sitzung von Toni Mai (r.) auf.

Alte Freunde: Bernd Stelter trat wieder bei der Awo-Sitzung von Toni Mai (r.) auf.

Duisdorf. Zu Bonns kleinster Sitzung der Arbeiterwohlfahrt Duisdorf mit 30 Besuchern kommt Bernd Stelter seit vielen Jahren und spielt ohne Gage. Am Montag wurde er natürlich von allen auf den Eklat im Kölner Gürzenich angesprochen.

Zu Bonns kleinster Sitzung der Arbeiterwohlfahrt Duisdorf mit 30 Besuchern kommt Bernd Stelter seit vielen Jahren und spielt ohne Gage. Am Montagnachmittag war sein Auftritt in der Alten Schule in Duisdorf aber anders als sonst: Stelter wurde von allen Seiten auf den Eklat am Freitagabend im Gürzenich angesprochen, als eine Frau aus Weimar seinen Auftritt störte, weil er einen Witz über den Doppelnamen der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer gemacht hatte.

„Gottseidank bist Du nicht im Gürzenich“, rief gleich ein Besucher, und Stelter stellte immer noch aufgewühlt klar: „Ich beleidige ja niemanden und mache in meinem Programm nichts Ehrabschneidendes oder unter der Gürtellinie.“ Was er mache, seien Witze, und das nenne man Narrenfreiheit und lasse sich nicht verbieten. „Mir ist egal, ob die Leute aus Weimar oder woanders herkommen, aber ein bisschen Humor mitbringen wäre schön“, stellte er unter Beifall klar und trug selbstverständlich auch wieder den AKK-Doppelnamen-Witz vor.

Unterstützung kam auch reichlich aus dem Netz. „Ich habe Hunderte E-Mails bekommen, und fast alle von Leuten mit Doppelnamen“, erzählte Stelter dem GA, bevor er seine „Gage“ in Form einer Büchse Süßigkeiten von Toni Mai entgegennahm.

Dieser hatte wieder ein Aufgebot mit zahlreichen Routiniers des Karnevals zusammengestellt, darunter Altmeister Willi Armbröster, Hermann Rheindorf alias Ne Schwaadlappe, den Feuerwehrmann Kresse und Andreas Marquard aus Dernau diesmal als Märchentante. Außerdem kam das Alfterer Prinzenpaar zur Stippvisite in die für 65.000 Euro frisch umgebauten Duisdorfer Awo-Räumlichkeiten, die jetzt auch einen behindertengerechten Hintereingang und eine neue Küche haben.

Und Toni Mai? Der konnte auch mit 94 Jahren noch Witzchen am Mikrofon machen und lud alle Künstler wieder ins nächste Jahr ein. Dann ist er 95 und der mit Abstand ältester Sitzungspräsident in der Stadt Bonn.