Waltraud Muszynski

Duisdorfer Karnevalistin mit Helfersyndrom

Den Duisdorfer Esel hat Waltraud Muszynski für ihren ehrenamtlichen Einsatz schon bekommen, jetzt ist sie auch Trägerin der Hardtberg-Medaille.

Den Duisdorfer Esel hat Waltraud Muszynski für ihren ehrenamtlichen Einsatz schon bekommen, jetzt ist sie auch Trägerin der Hardtberg-Medaille.

Duisdorf. Waltraud Muszynski erhielt beim Empfang für die Vereine die Hardtberg-Medaille für ihr ehrenamtliches Engagement. Den "Duisdorfer Esel" hat sie auch schon als Ehrung bekommen.

„Ich organisiere gern“, sagt Waltraud Muszynski. Das sieht man schon in ihrem Wohnzimmer: Da scheint alles seinen Platz zu haben, es ist sehr ordentlich eingerichtet. Ihr Organisationstalent stellt sie auch gerne der Duisdorfer Allgemeinheit zur Verfügung. „Meine Tochter meint, ich habe das Helfersyndrom auf der Stirn stehen.“ Das hat der 69-Jährigen bereits den „Duisdorfer Esel“ eingebracht, und jetzt wurde sie dafür auch von Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand mit der Verleihung der Hardtberg-Medaille geehrt.

Das Helfen liege ihr im Blut, sagt sie. Schon als Kind habe sie gerne geteilt. „Die Jugend denkt da heute anders drüber.“ Die Präsidentin des Damenkomitees Blau-Weiß Duisdorf bedauert das, zumal das auch Auswirkungen auf die Vereinsarbeit hat. Zuletzt habe ihr Komitee vor zwei Jahren Zuwachs bekommen. Der Altersschnitt liege bei etwa 55 Jahren. „Wir könnten ein bisschen Nachwuchs gebrauchen, der sich gerne engagiert.“ Ein Bedarf, den viele Vereine haben.

2014 wurde Waltraud Muszynski zur Präsidentin gewählt. In diesem Amt sei es ihr wichtig, „dass der Verein zusammengehalten wird und dass für Duisdorf etwas getan wird“. Die gebürtige Bonnerin lebt seit 1981 im Oberdorf. Der Ort ist ihr ans Herz gewachsen. Deswegen ist sie nicht nur beim Damenkomitee aktiv, sondern hilft beim Kinderkostümfest des TKSV, beim Besuch der Villemombler, beim Köttzug und bei vielem mehr. Außerdem war sie elf Jahre lang im Vorstand des Ortsfestausschusses tätig.

Ihr Lieblingskarnevalslied ist „Echte Fründe“

Gemeinsam für Duisdorf anpacken, das liegt ihr. Dazu passt ihr Lieblingskarnevalslied „Echte Fründe“. Die brauchte sie 2011, als ihr Mann Ralf Muszynski verstarb. Er war unter anderem Zugleiter für den Festausschuss Bonner Karneval. „Damals bin ich so in ein Loch gefallen, dass da alles hintenan geblieben ist“, erinnert sie sich. Der Karneval habe ihr in dieser Situation geholfen, auch wenn sie sich anfangs schon sehr darauf konzentrieren musste, und mehr noch die Musik. Dabei konnte sie abschalten.

Über die Verwandtschaft ihres Mannes kam Waltraud Muszynski ins Damenkomitee, das war vor 25 Jahren. Früher war sie auch noch Leiterin der Kinder- und Jugendgarde der KG Sternschnuppen. „Ich hatte aber zu wenig Zeit dafür und habe es drangegeben.“ Ihre schönsten karnevalistischen Momente hatte sie aber im eigenen Haus: „Das Prinzenpaar kam zur Zeit, als mein Mann noch lebte, zu uns in den Keller und hat sich eine Auszeit genommen.“ Das war am Karnevalssamstag nach dem Tannenbuscher Zug, und die Equipe tankte Kraft für die nächsten Tage. „Die haben hier die Hüte an den Nagel gehängt. Einer hat sich auf die Couch gelegt, ein anderer aufs Bett. Die haben geschlafen, und der Rest hat unten im Keller gequatscht.“

Ihr familiäres Schicksal hat ihr aber die Frohnatur nicht austreiben können. „Ich persönlich liebe Fröhlichkeit und lache gern. Wenn es mir körperlich gut geht, bin ich immer gut gelaunt.“ Und sonst? Sie macht in der Bastelgruppe für den Weihnachtsmarkt mit, auch beim Altennachmittag, und sie hilft in der Rochuskirche mit, im Orga-Team natürlich. Und an trüben Tagen „kann ich gerne mal den Tag einen guten Mann sein lassen“. Dann ist da ja auch das Damenkomitee, für das sie ihre ältere Tochter gewinnen konnte. Am 8. Februar steigt wieder die Weiberfastnachtssitzung in der Schmitthalle, Einlass ab 13.30 Uhr, Programmbeginn um 14.45 Uhr. Danach muss sie noch aufräumen helfen. Und dann wird sie froh sein, dass sie es nicht weit zu Fuß nach Hause hat.