Bonner Karnevalsfründe

Durschlöscher ziehen ins Brückenforum

Duisdorf. Die Duisdorfer Schmitthalle wurde für die Karnevalsfründe zu klein. Jetzt ziehen sie auf die schääl Sick - ins Brückenforum. Die Funkentöter und die KG Blau-Weiss bleiben in Duisdorf.

Der Karneval im Stadtbezirk Hardtberg ist um einen bislang treuen Stammgast ärmer geworden. 18 Jahre lang haben die Bonner Karnevalsfründe Durschlöscher jedes Jahr im Karneval in der Duisdorfer Schmitthalle getagt. Gefallen hat es ihnen da schon. Allerdings haben sie ihre Gründe, nun ins Brückenforum Beuel zur Sitzung einzuladen.

Präsident Jürgen Klasen kann sich noch gut daran erinnern, als seine KG anlässlich des elfjährigen Bestehens erstmals 1998 in der Halle an der Schmittstraße auflief. Doch die platzt mittlerweile aus allen Nähten. „Wir mussten vielen absagen, die sich dann vor den Kopf gestoßen fühlten“, sagt Klasen. Denn bei rund 600 Jecken war immer Schluss. Nun kommen 900 nach Beuel, die Sitzung ist schon seit drei Monaten ausverkauft. „Ich bin sehr glücklich. In diesem Jahr spielt wohl auch eine Rolle, dass wir 30 Jahre alt werden.“

Doch es geht nicht nur ums Publikum. Auch was die Hallenlogistik angeht, sei jetzt vieles einfacher geworden, sagt der Präsident. Es gebe in Beuel nun Bühnentechnik und Künstlergarderoben – „und das alles nicht mit Sporthallencharakter“. Die Durschlöscher schauen auch in die Zukunft: „Bisher haben wir noch alles mit 40 bis 50 Leuten alleine gestemmt. Das geht vielleicht in Zukunft nicht mehr so locker“, sagt Klasen und meint etwa das Küchen- und Thekenpersonal. Da die Bewirtung nun in den Händen von Brückenforumschef Jürgen Harder liegt, gehen der KG Einnahmen verloren, was sie aber über die zusätzlich verkauften Karten ausgleichen will. In diesem Jahr schon mal mit Erfolg.

Bei den Kosten einer Sitzung seien die Künstlergagen und Gema der größte Batzen. Laut Klasen kämen als nächste Posten dann Dekoration, Technik und Saalmiete. „Unsere Sitzung ist mittlerweile wohl die einzige dieser Größenordnung im Rheinland, deren Programm bis zum Schluss geheim ist“, sagt Klasen. Die Leute kämen trotzdem und wüssten, dass sie immer etwas Schönes geboten bekommen. Wer die Truppe kennt, weiß zumindest schon mal, dass es immer eine besondere Überraschung fürs Bonner Prinzenpaar gibt. So auch an diesem Samstag. Der Sitzungstermin für 2018 steht auch schon fest, der 13. Januar. Die Durschlöscher bleiben aber dem Hardtberg verbunden, zum Beispiel mit dem Sommer-Westernfest am Grillplatz Wesselheideweg.

Unterm Strich ist die Schmitthalle gut gebucht, so auch beim Kinderkostümfest vor wenigen Tagen. Und auch Präsidentin Waltraud Muszynski will mit ihrem Damenkomitee Blau-Weiss Duisdorf dort nicht weg.

„Die Halle wird immer gut von den Leuten angenommen. Die letzten Jahre ist es bei uns immer voll.“ 544 dürfen laut Verordnung offiziell rein. Das sind an Weiberfastnacht, 23. Februar, ab 15 Uhr vor allem Wiever, aber auch vereinzelt Männer. Die Bewirtung legt Blau-Weiss in fremde Hände, „weil es die 16 Komiteefrauen allein nicht schaffen würden“, sagt Muszynski. Beim Aufbau helfen jedes Mal der FC Hardtberg und ein paar Ehemänner. Die einzige Kritik der Präsidentin: „Die Toiletten könnten schöner sein.“ „Für uns ist es keine Frage, aus Duisdorf wegzugehen“, sagt Peter Strohe von den Bönnschen Funkentötern, die Jecken aus den Reihen der Bonner Feuerwehr. Seit Gründung vor 44 Jahren gastiert die KG schon in der Schmitthalle. Auch weil alles klappt wie am Schnürchen. „Es handelt sich um eine ebenerdige Halle. Das kommt Feuerwehrleuten wegen der Rettungswege entgegen“, sagt Senatspräsident Strohe. Es gebe dort viele alte, gewachsene Freundschaften. Feuerwehrleute aus allen Stadtbezirken seien unter den Gästen. Auch Kollegen von der Freiwilligen Wehr.

Der diesjährige Orden zeigt eine Löscheinheit mit drei Fahrzeugen. Dazu gesellen sich die „4 mol 11 Johr“. Das jecke Jubiläum wollen die Funkentöter im Herbst mit einem bönnschen Abend feiern.

Es gibt noch Karten für Sitzungen in der Schmitthalle: Zur Sitzung des Damenkomitees Blau-Weiss kommen am 23. Februar, ab 15 Uhr etwa Knubbelefutz und Schmalbedaach, die Rheinmatrosen, das Bonner Prinzenpaar und die Stadtsoldaten sowie die Gruppe Druckluft in die Schmitthalle. Karten zu 18 Euro gibt es bei Blumen Düren, Rochusstraße 125, und bei Tabakwaren Lödl, Rochusstraße 242. Die Domstürmer, Cöllner, dä Tuppes vum Land, Räuber und Norbert Conrads gehören zu den Akteuren bei den Bönnschen Funkentötern am Samstag, 11. Februar, ab 19 Uhr an der Schmittstraße. Karten zu 23 Euro sind an der Abendkasse zu haben.