Prinzenrollen grüßen ihren Prinzen

Gut gelaunt auch ohne ihren Vorsitzenden Christoph Schada. Die Mitglieder des Heimat- und Verschönerungsvereins grüßten den Bonner Prinzen standesgemäß als "Prinzenrollen".

Gut gelaunt auch ohne ihren Vorsitzenden Christoph Schada. Die Mitglieder des Heimat- und Verschönerungsvereins grüßten den Bonner Prinzen standesgemäß als "Prinzenrollen".

Was wäre der Heimat- und Verschönerungsverein Lengsdorf ohne seinen Vorsitzenden? Dieses Amt musste Christoph Schada von Borzyskowski eine Weile ruhen lassen: Als Bonner Prinz hatte er sehr wenig Zeit.

Lengsdorf. Was wäre der Heimat- und Verschönerungsverein Lengsdorf ohne seinen Vorsitzenden? Dieses Amt musste Christoph Schada von Borzyskowski eine Weile ruhen lassen: Als Bonner Prinz hatte er sehr wenig Zeit. Das merkte man auch daran, dass er nicht bei "seinem" Lengsdorfer Karnevalszug dabei sein konnte - das erste Mal in seinem Leben.

Die Mitglieder des Heimatvereins hatten aber eine tröstende Botschaft für ihn: "In Lengsdorf spielt der Prinz eine Rolle." Dem Motto entsprechend gingen als sie goldene Prinzenrollen im Zug mit. "Sie sind unter uns!" Für den letzten Vierdelszoch in Bonn hatte die Kreuzbergschule alle kleinen Außerirdischen zusammengetrommelt, die sie finden konnte.

Fotos Bilddoku Bilder vom Zug in Lengsdorf

Die Duisdorfer Königin-Juliana-Förderschule hatte "schräge Vögel" mitgebracht, die Rochusschule eigens für diesen Anlass eine große Rockband gegründet und der Kita Gelbes Haus waren einige Zirkusclowns entlaufen. Der Gesangverein Liederkranz fuhr mit einer Windmühle und holländischen Farben nach Amsterdam und die Freiwillige Feuerwehr Lengsdorf brachte die einzige mehr oder weniger kommunalpolitische Aussage dieses Zuges mit: "Nein zu Kottenforst 21".

Das beziehe sich auf Proteste rund um eine Haltestelle, die im Kottenforst eingerichtet werden sollte, meinte Frank Sundermann vom Lengsdorfer Löschzug. Die Sonne lockte viele Jecke auf die Straße. "Wir sind die schönsten Frauen von Lengsdorf und die goldigsten Herzen, die es gibt", rief Agnes Heep, Präsidentin des Damenkomitees Goldige Herzen, ihnen zu.

Die Damen schlossen den Zug mit ihrem schmucken Wagen zum Thema Theater und Clowns den Zug ab. Das Motto richte man immer nach dem Wagen aus, den man sich ausleiht, so Heep. Die Goldigen Herzen stellen in diesem Jahr die Weinkönigin, und spätestens in 16 Jahren wollen sie wieder eine Kandidatin ins Rennen schicken: Die vierjährige Lena Sanft, die bei den Beueler Stadtsoldaten tanzt, trug schon mal ein entsprechendes Kleidchen und das Schriftband "Weinkönigin 2026".

Der "Knallhaade Karnevalsverein", der sich 2003 aus der ehemaligen katholischen Pfarrjugend gebildet hat, und die Tischtennisfreunde Lengsdorf hatten eine besondere Aufgabe übernommen: Als Prinzengarde "Lengsdorfer Knubbel" marschierten sie im Zug mit und hatten sogar eine Kanone dabei.

Bei der After-Zoch-Party im Lengsdorfer Bürger- und Vereinshaus nahmen sie nachmittags Prinz Christoph I. und Bonna Karin IV. in Empfang und geleiteten sie in die Halle, in der Schada ein letztes Mal als Bonns erster Jeck empfangen wurde. Gut 350 Leute tummelten sich dort, etwa die Hälfte davon genoss lieber auf dem Vorplatz das "Mallorca-Wetter", wie es Karl-Heinz Lauterbach, Vorsitzender des Trägervereins des Hauses, nannte.

Schada bedankte sich bei allen, die in seiner Abwesenheit die Karnevalsveranstaltungen organisiert hatten. Das war eine lange Session - "Es ist schon gut, dass sie vorbei ist", gestand Bernd Weber, der als Präsident der "knallhaade Prinzengarde" einen goldenen Bommel an der Mütze trug. "Aber der Samstag war noch mal das I-Tüpfelchen." Keine Ermüdungserscheinungen zeigten die Goldigen Herzen: "Wir freuen uns schon auf die nächste Session", so Heep. Sie wünschte den Lengsdorfern für Aschermittwoch "ein katerfreies Frühstück und ein gutes Fischessen".