KG Lessenicher Sterne

Tollitäten stürmten am Wochenende ihre Hofburgen

Prinzessin Anna-Lena I. (rechts) und die Indianer von den Lessenicher Sternen mit ihrer "Geisel" Daniela Büttgenbach (2.v.r.).

LESSENICH. Dieses Unterfangen hatte die KG Lessenicher Sterne ganz groß vorbereitet: Prinzessin Anna-Lena I. (Schröder) führte eine Truppe Indianer in blau-weißer Kriegsbemalung unter musikalischer Begleitung der Prinzengarde Alfter zum Fort, in das sie Einlass begehrte.

Dabei handelte es sich erstmals nicht um die Gaststätte Zur Linde - die ist ja bekanntlich geschlossen. Stattdessen marschierte der Trupp zum Haus von Anna-Lenas Uroma Käthe Knott, die mit ihren Cowgirls die Verteidigung übernahm.

Sie hatte auch bereits eine Prinzessin, allerdings eine, die nicht sprechen konnte und keine allzu karnevalistische Stimmung verbreitete - eine Puppe. "Eine Prinzessin, die nicht reden kann, kenne ich nicht", kommentierte Anna-Lena. Die Verteidiger ließen sich weder von Pfeil und Bogen noch von dem Katapult der Sternengarde abschrecken. Da war guter Rat teuer.

Anna-Lena zog scheinbar beleidigt ab, stattdessen tauchte plötzlich Otto Knott im Prinzessinnen-Kostüm seiner Tochter auf, um die Damen abzulenken. Derweil wollte Anna-Lena heimlich mit einem Schlüssel ins Haus eindringen - allerdings hatte jemand von innen einen Schlüssel stecken lassen. Drum musste die Prinzessin durchs Fenster klettern. Beide Seiten nahmen Geiseln.

Da wurde ein wenig hin und her verhandelt, und letztlich ließ man die Lessenicher Tollität endlich in ihre Hofburg ein und überreichte ihr feierlich den Schlüssel zur Hofburg. Die hat übrigens für den Karneval im Stadtteil historische Bedeutung: Dort hatte Anna-Lenas Uropa Hans Knott gewohnt, der vor 55 Jahren den ersten Karnevalszug durch Lessenich mitorganisiert hatte.