Zug in Lengsdorf

Zum letzten Mal am Veilchendienstag

So kennt man die Frauen vom Damenkomitee Goldige Herzen: Auch beim Lengsdorfer Zug verbreiteten sie gute Stimmung im Jahr ihres 70. Bestehens.

So kennt man die Frauen vom Damenkomitee Goldige Herzen: Auch beim Lengsdorfer Zug verbreiteten sie gute Stimmung im Jahr ihres 70. Bestehens.

Lengsdorf. Die Jecken haben einen einmütigen Beschluss gefasst. Der Lengsdorfer Zug startet 2018 erstmals am Karnevalsfreitag, damit wieder mehr Teilnehmer und Zuschauer mitmachen.

Matthias Schmitz und Thomas Klingenhäger verkündeten als Wagenengel an der Spitze des Zuges die närrische Botschaft mit einem straßenüberspannenden Transparent. „Ab 2018 – d'r Zoch kütt am Karnevalsfreitag um 14.30 Uhr“ stand da zu lesen. „Mäht nix. Dann kommen wir eben freitags“, sagte der ehemalige Lengsdorfer Holger Knospe, der wie jedes Jahr mit seiner Familie aus Meerbusch angereist war, um den Zoch in der alten Heimat zu sehen.

Maike Stein aus der Uhlgasse freut sich bereits jetzt auf den Karnevalsfreitag 2018. „In den letzten Jahren ist es immer weniger geworden. Der Freitag ist doch viel besser. Dann werden wir auch unser Haus schmücken und richtig Party machen.“ Der Entscheidung, den Zug auf den Freitag vor Weiberfastnacht zu verlegen, war ein zweijähriger Diskussionsprozess vorangegangen. „Eine 62-jährige Tradition zu ändern, braucht halt seine Zeit. Am Schluss waren über 90 Prozent der Lengsdorfer für die Verlegung auf den Karnevalsfreitag“, sagte Christoph Schada, Vorsitzender des Festausschusses. Die Teilnahme im und am Zug sei in den letzten Jahren immer schwächer geworden.

"Hauptsache, der Zug geht überhaupt"

Auch Verena Zimmer von den Hardtberger Senatoren und Markus Limbach von „De Knallhaade“ begrüßten das: „Karnevalsdienstag nimmt sich kaum noch einer Urlaub. Die Zeiten haben sich halt geändert. Hauptsache, der Zug geht überhaupt.“ Ilona Kesselheim, Leiterin der Königin-Juliana-Schule, konnte die Argumente der Befürworter nachvollziehen, sah die Teilnahme ihrer Schule in Zukunft aber nicht mehr gewährleistet: „Das wird für uns organisatorisch ganz schwierig.“

Die 140 Pänz ihrer Förderschule enterten den Zoch als kleine grüne Männchen aus dem All. Eher geerdet kamen die Kinder der Ludwig-Richter-Schule daher: Unter den 220 bunten Lappenclowns ein mobiles Kölschlexikon mit nicht mehr ganz so geläufigen Vokabeln wie Schwaadlappe und Dröhm-döppe.

Als rot-gelbe Flammen zog eine jecke Fusion der Schießsportfreunde und der Schützen mit. „Wir sind Feuer und Flamme für Lengsdorf“, lautete das Motto. Die SPD Hardtberg war im Schulz-Hype und machte aus dem Karnevalszug einen „Martinszug“. Die Genossen trugen rote Kittel mit einem Konterfei des Kandidaten auf der Vorder- und „Martin“ auf der Rückseite. Mit dabei war auch das Damenkomitee Goldige Herzen, das sein 70-jähriges Bestehen feierte. „Das Beste kommt zum Schluss“ behaupteten die Knallhaade, kostümiert als Trauben und Reben, um ihrer Weinkönigin Maria I. zu huldigen.