Rathaussturm in Oberpleis

„Flopp-Agent“ Peter Wirtz hat keine Chance

„Bonds Pitter“ hatte trotz seines eleganten Sakkos und seiner dunklen Sonnenbrille keine Chance gegen die närrischen Truppen.

„Bonds Pitter“ hatte trotz seines eleganten Sakkos und seiner dunklen Sonnenbrille keine Chance gegen die närrischen Truppen.

OBERPLEIS. Königswinterer Tollitäten stürmen das Oberpleiser Rathaus mit einem Schunkelmarathon.

Es ist kein Geheimnis, dass in Königswinter die Tollitäten nicht erst seit Rosenmontag das Zepter in der Hand halten. Seit gestern ist nun aber auch das „Rathaus Royal“ in Oberpleis offiziell und, wie es sich gehört, in royaler Narrenhand. Der mit der Verteidigung beauftragte städtische Geheimdienst hatte auf der ganzen Linie versagt, wobei sich ausgerechnet die Doppel-Null-Agenten als regelrechte Null-Nummern erwiesen.

Offensichtlich hatte sich der Anführer der Doppel-Nullen – „Mein Name ist Wirtz, Peter Wirtz“ – in seiner Rolle als Special Agent viel zu sicher gefühlt. Während er und seine anderen schwarz gekleideten Konsorten sowie die anwesenden Miss Moneypennys sich im Ratscasino noch fröhlich mit Kir Royal zuprosteten, wurde der Balkon des Rathauses bereits ungeniert von „Maulwürfen“ in blau-weißen Narrenzunft-Uniformen ausgekundschaftet.

Das Kanonengrollen der näher rückenden tollitären Truppen versuchte man dann durch das lautstarke Abspielen des James-Bond-Soundtracks zu übertönen, was allerdings nicht zum erhofften Erfolg führte. Also rückte Bonds Pitter seine dunkle Sonnenbrille zurecht, ließ seinen Colt unter dem schwarzen Sakko hervorblitzen und versuchte die Angreifer mit derben verbalen Attacken in die Flucht zu schlagen: „Was seid ihr denn für ein lahmer Haufen da unten? Da brauche ich keine anderen Doppel-Null-Agenten – das mach' ich alleine!“. Die Angreifer indes ließen sich nicht einschüchtern. Gemeinsam mit ihrem Anführer Francisco Hoffmann hatten sie sich in diesem Jahr nämlich eine besondere Strategie überlegt: Mittels einer Art Schunkelblockade sollte das Rathaus in die Knie gezwungen werden. Also wurde geschunkelt und geschunkelt und geschunkelt. Sehr zum Ärger der Geheimagenten ließen die hartnäckigen Tollitäten dabei auch noch sämtliche Frotzeleien völlig ungerührt an sich abprallen.

Der Schunkelmarathon zeigte rasch Wirkung: „Francisco, lass die nicht so lange tanzen, die werden sonst müde“, tönte es vom Balkon herunter – wobei Doppel-Null-Agent Wirtz so lediglich zu vertuschen versuchte, dass ihm selbst nicht nur die Lider, sondern langsam auch die Beine schwer wurden: „Ich hol mir mal n’en Stuhl.“ Als dann auch noch die Präsidenten und Vorstände der Karnevalsgesellschaften, verstärkt durch die Funken, mit viel Ausdauer zum Stippeföttche ansetzten, war die Kapitulation nur noch eine Frage der Zeit. „Bei so viel Elend mach ich euch lieber die Tür auf“, schlug Wirtz vor, um wenigstens noch ein Fünkchen seiner Doppel-Null-Würde zu behalten.

Zu seiner Schmach ließen es sich die Tollitäten aber nicht nehmen, über eine Leiter ins Rathaus zu klettern: Tatenlos musste Top- oder besser gesagt „Flopp-Agent“ Peter Wirtz mit ansehen, wie zunächst Prinz Michael I. von Oberpleis ein Bein nach dem anderen über die Brüstung schwang, gefolgt von Prinzessin Chrissi und sämtlichen anderen großen und kleinen Majestäten. Anschließend wurde im royalen Ratssaal dann eine Riesen-Party gefeiert.