Siebengebirgs-Jecken

Christkind auf dem Narrenthron

Freuen sich auf ihre Regentschaft: Josef und Sandra Witt. FOTO: OSCHMANN

Freuen sich auf ihre Regentschaft: Josef und Sandra Witt.

AEGIDIENBERG. Bürgermeister Otto Neuhoff zog den Hut vor Josef und Sandra Witt. "Das ist ein Super-Super-Siebengebirgsprinzenpaar", jubelte Bad Honnefs Stadtoberhaupt, das eigens zu diesem Anlass höfische Kleidung mit Dreispitz angelegt hatte.

Seit Samstagabend ist das "Jeckenland" von Beuel bis Unkel fest in rot-weißer Hand. Die KG Klääv Botz proklamierte im 111. Jahr ihres Bestehens ihr 66. Prinzenpaar seit dem Zweiten Weltkrieg. Und zu diesem närrischen Jubiläum regieren die Tollitäten diesmal nicht nur die Bad Honnefer Bergregion, sondern als Siebengebirgsprinzenpaar eben das komplette "Hoheitsgebiet" des Festausschusses Siebengebirge (FAS).

FAS-Präsident Dieter Wittmann fühlte sich ohnehin fast wie in einem Königreich. Er lobte: "Das ist ja wie am königlichen Hofe hier, eine tolle Idee." Die Insignien der Macht wurden nämlich von Klääv-Botz-Mitgliedern durch den Bürgerhaussaal auf die Bühne getragen. Eine halbe Stunde zuvor hatten Josef und Sandra Witt auf diesem langen Gang durch das "Gürzenich von Aegidienberg" einen wahren Triumphzug erlebt.

Die (noch) designierten Majestäten strahlten, bützten, warfen Strüßjer und genossen das Wohlfühl-Bad in der Menge, während auf der Bühne KG-Präsident Oliver Fröhlke und Dieter Wittmann mit seiner Festausschuss-Crew auf das Paar warteten.

Wittmann: "Das Festkomitee freut sich, endlich wieder ein Aegidienberger Siebengebirgspaar zu haben." Und Neuhoff jubilierte: "Im ersten Jahr meiner Amtszeit solch ein herrliches Prinzenpaar begrüßen zu dürfen - etwas Besseres hätte mir nicht passieren können." Ihm oblag es, die Eheleute vorzustellen.

Der Bürgermeister: "Josef war ein Weihnachtsgeschenk." Er wurde am Heiligen Abend 1969 geboren. Der Fleischermeister hatte in seinen Eltern, Josef und Annemie Witt, die besten Vorbilder, sie waren 1978 das Prinzenpaar und verfolgten nun gerührt die Zeremonie. "Sandra hat ihren Juppi bei ihrer Arbeit im Friseursalon kennengelernt", so Neuhoff weiter. Söhnchen Tim (6) war nun im Ornat mit dabei.

Wittmann meinte: "So, jetzt brauche ich Bürgermeister und Präsident." Mit vereinten Kräften wurden die Federn an die Prinzenmütze gesteckt. Neuhoff übergab das Zepter an Josef I. Seine Bitte, nachdem das Paar voll "aufgerüstet" war: "Bringt Freude in die Säle!" Prinz Josef überglücklich: "Ich freue mich, dass die Bude rappelvoll ist. Wir lassen es krachen!" Und er berichtete, wie schwer es für ihn und seine Frau war, während der langen Vorbereitungszeit die Aktion geheim zu halten. Trotzdem sind sie "immer noch jood dropp". Genau diesen Buure-Titel trugen die Tollitäten vor. Das Ergebnis: Singen können sie auch.

Danach gab es Prinzenorden des Regionalverbandes Rhein-Sieg-Eifel im BDK für Josef I. und Sandra I. und ein dickes Kompliment von Vizepräsident Karl-Heinz Bloch und Schatzmeister Horst Meurer: "Ihr habt eine unglaublich sympathische Ausstrahlung!" Gerd Papenbrock, Chef des Festkomitees Bad Honnefer Karneval, sagte: "Wir freuen uns tierisch auf Euch." Große Freude, als er einen Obolus für den Siebengebirgszug am Veilchendienstagszug überreichte. Aber bevor sich dann alle in Aegidienberg im Zoch wiedersehen, sind Josef I. und Sandra I. im ganzen "Land" unterwegs.

Notfallkoffer als Geschenk

Einen Notfallkoffer gab's vom Dreigestirn 2014. "Wir haben uns nur nicht getraut, eine Wurst reinzupacken", so Prinz Michael a.D. zu Fleischermeister Josef Witt.

Michael Staffel hatte zuvor den Blauen Zylinder als Ex-Prinz erhalten. Er war mit Bauer Frank (Hießl) und Jungfrau Alfreda (Alfred Höhler) verabschiedet worden. Die Rhöndorfer waren "mit alle Mann" dabei und traten auf - wie auch die Klääv-Botz-Truppen.