200 Jecken feiern mit dem Dreigestirn

Die Hofburg bleibt in Bockeroth

„Mir fiere wigger“: Wenn Bockeroth auch der Saal abhanden gekommen ist, die Hofburg des Dreigestirns bleibt im Ort.

„Mir fiere wigger“: Wenn Bockeroth auch der Saal abhanden gekommen ist, die Hofburg des Dreigestirns bleibt im Ort.

BOCKEROTH. Not macht bekanntlich erfinderisch. Nachdem das Gasthaus „Op d’r Hüh“ seit einiger Zeit geschlossen ist, installierte das Dreigestirn der KG „Mir komme met“ seine Hofburg kurzerhand im Domizil von Prinz und Prinzessin. Und der Einzug wurde zum Massenevent.

Rund 200 Besucher stellten sich bei René und Meike Stümper ein, die mit Bauer Fabian Bellinghausen das Dreigestirn der Session 2017/18 bilden. Dessen Motto orientiert sich denn auch an diesem dörflichen Handicap, nun ohne Saal dazustehen: „In Bockeroth is nix mih wie et wor, mir fiere wigger – is doch klor.“

Musik zur Unterhaltung, Getränke, Gulaschsuppe und Käsehäppchen – den Gästen fehlte es an nichts bei dieser Einweihung. Es wurde gefeiert bis tief in die Nacht an der Straße Im Burggarten, die ohnehin vom Namen her prädestiniert ist für ein royales Anwesen. Gemäß der karnevalistischen Natur war diese Burg mit Luftschlangen und Luftballons geschmückt, als „Wappen“ dienten Elemente aus dem prächtigen Orden.

Mitglieder der KG, der Prinzengarde, des Damenkomitees „Mir sin da“ und des Mai-Clubs Ittenbach, dessen zweiter Vorsitzender der Bauer ist, waren gekommen. Die Nachbarschaft feierte mit, außerdem Freunde und Bekannte. Und: Prinzenvater Stefan Stümper vollendete just sein 51. Lebensjahr.

Er hatte in der Session 2007/2008 mit seiner Frau Monika und Bauer Daniel Hüls das Bockerother Dreigestirn gebildet. Das war für Sohn René und seine Frau Meike der Grund, den Eltern genau zehn Jahre später nachzueifern, um das Bockerother Brauchtum zu pflegen. Meike stammt aus Ruttscheid und war bis vor vier Jahren begeisterte Corps-Tänzerin.

Die 28-jährige Mama von Töchterchen Iliana (6), die seit drei Jahren bei den Düwelchen tanzt, ist seit 2017 Mitglied im Damenkomitee. René Stümper (27), der in Rauschendorf aufgewachsen ist, siedelte sich vor zwei Jahren mit seiner Familie in Bockeroth an, wo er 15 Jahre lang Handball spielte und gleich nach dem Umzug Mitglied der KG wurde. Der Vater des Fahrzeuglackierers war in Bockeroth bei der Feuerwehr.

Mit dem dritten im Bunde, Fabian Bellinghausen (30), einem Garten- und Landschaftsbauer, ist das neue Prinzenpaar befreundet. Beim Eudenbacher KG-Frühstück 2017 wurde die Dreigestirn-Idee geboren. Auch KG-Präsident Marcel Stümper war über die Personalie erfreut, ist doch der Prinz sein jüngerer Bruder. Er führte auch zusammen mit Vizebürgermeisterin Cornelia Mazur-Flöer im November die Inauguration durch, als Prinzenzepter, Krone und Dreschflegel überreicht wurden.

Nun wurden Orden getauscht. Die Exemplare nehmen auch Bezug zu den Jubiläen in der KG: Das Damenkomitee wird 70; zum 25-jährigen Bestehen der Düwelche gibt's auf dem Edelmetall einen Dreizack; ein Herz für Stefan und Monika bezieht sich auf das elterliche Zehnjährige; das aktuelle Dreigestirn ist darauf abgebildet, und der Name der Tochter, der Mini-Prinzessin, ist zu entdecken.

Die Hofburg wird in den nächsten Wochen Rückzugsort für Dreigestirn, Präsident und Elferrat nach der Heimkehr von jecken „Staatsbesuchen“ in der Region sein. Größere Veranstaltungen, wie der Bunte Abend oder das Prinzentreffen der KG, finden im knapp fünf Kilometer entfernten Restaurant „Zum Alten Gasthaus“ in Hennef-Rott, dem neuen Hauptquartier, statt, wo das aktuelle Dreigestirn bereits proklamiert wurde.

In den elf Gesetzen des Dreigestirns ist denn auch verankert, dass der Elferrat einen roten Teppich zwischen Hauptquartier und Hofburg verlegt, was noch auf sich warten lässt. Das Damenkomitee hat indes pünktlich zum Bezug der Burg drei Zufahrtsstraßen in Rot und Weiß geschmückt – die jecke Meile in Bockeroth.