Bockerother Tollitäten

Ein bühnenerprobtes Dreigestirn

Prinz Kai I., Prinzessin Monika III. (beide Hochstätter) und Bauer Ocki (Hermann-Josef Ockenfels) erstmals im Ornat. FOTO: QUARG

Prinz Kai I., Prinzessin Monika III. (beide Hochstätter) und Bauer Ocki (Hermann-Josef Ockenfels) erstmals im Ornat.

BOCKEROTH. Wenn in Bockeroth ein neues Dreigestirn proklamiert wird, dann erklingen sogar die "Glocken von Rom".

Die "American Bockeroth Dreamboys" jedenfalls läuteten am Samstagabend zu Ehren der neuen Tollitäten Sturm - dazu waren die vier drahtigen Elferratsmitglieder der KG Bockeroth eigens in eine Art Pfannen-Lendenschurz geschlüpft, was nicht nur optisch, sondern auch akustisch das närrische Publikum im Saal op de Hüh mächtig in Wallung brachte. Derart eingeheizt durften sie dann kommen: Prinz Kai I., Prinzessin Monika III. (beide Hochstätter) und Bauer Ocki (Hermann-Josef Ockenfels) - "Jetzt gehören sie euch", verkündete Sitzungspräsident Holger Willke den Bockerothern und Düferothern. Letztere haben in dieser Session allen Grund, besonders ausgiebig zu feiern, da die drei Tollitäten in ihrem Ortsteil zu Hause sind.

Dass der Prinz auf Zack ist, stellt er auch regelmäßig im Dienst der Feuerwehr, als Karnevalswagenbauer und Maibaumboss von Düferoth unter Beweis. Mit seiner Monika hat er eine nicht minder karnevalsbegeisterte Prinzessin an seiner Seite: Sie hat ebenfalls als Sternschnuppe viele Jahre lang das närrische Publikum in der Region begeistert. Mit Ocki steht dem Prinzenpaar auch ein bühnenerprobter, staatser Buur zur Seite: er hat nicht nur im Männerballett getanzt, sondern war in der Session 2004/2005 Prinz in Bockeroth.

Angesichts von so viel Herrlichkeit war es nicht verwunderlich, dass der stellvertretende Bürgermeister Sokrates Theodoridis vor der Proklamation regelrecht weiche Knie bekam: "Ich bin so aufgeregt, als würde ich selber nochmal proklamiert werden." Kurzerhand setzte er sich über das Protokoll hinweg und überreichte den Prinzenorden zuerst der Prinzessin: "Ich weiß, ich sollte eigentlich beim Prinzen anfangen, aber es gibt da nun mal etwas Schöneres als ihn", lautete die einfache wie logische Begründung.

Dass mit den neuen Tollitäten neue Zeiten in Bockeroth anbrechen, zeigt sich auch beim Karnevalsgruß: Ab sofort heißt es nicht mehr "Bockeroth, Düferoth, Alaaf" sondern "Bockeroth, Düferoth hät Bock". So ganz leicht wollte der neue Schlachtruf dem jecken Publikum anfangs zwar noch nicht über die Lippen kommen, aber im Laufe des Abends bot sich noch reichlich Gelegenheit zum Üben: zum Beispiel um sich beim "Vingströschen", den "Dilledöppchen", "Strunz un Büggel", den "Showgirls on Stage" und der Band "Fiasko" für ihre mitreißenden Darbietungen zu bedanken.

Schöne Tradition ist seit jeher der Aufmarsch des Beueler Stadtsoldatencorps, die die Tollitäten in den Saal geleiteten.