Züge in den Siebengebirgsorten

Erdbeeren mit Sahne für die Jecken

SIEBENGEBIRGE. Nä, wat wor dat schön bei den Karnevalszügen im Siebengebirge: In Eudenbach servierten am Sonntag die Jecken Fründe von 1986 auf ihrem Festwagen riesige Erdbeeren, "aber bitte mit Sahne". An denen hätten auch die Zebras des Hamburger Fritten Clubs gerne genascht.

Die jecken Smileys indes waren auch so rundum glücklich, "Don't worry, be happy", lautete ihr Motto. "Mit viel Schwung und Drachenfeuer" waren die Kindertollitäten Felix I. und Michelle II. unterwegs, sie ließen vom Rücken eines fliegenden Lindwurms Kamelle auf die Pänz herabregnen. Der "große" Prinz Mike I. hatte hinten auf dem Prinzenwagen praktischerweise noch eine Grillstation untergebracht, während Prinzessin Nicole I. vorne am Bug süße Früchtchen anbaute.

Zum Anbeißen waren auch die leckeren rosa-weißen Sahnetörtchen, die allerdings nicht in Eudenbach, sondern am gleichen Tag beim Zoch in Rauschendorf zu sehen waren. Der MGV Rauschendorf nutzte hier die Gunst der Stunde und suchte unter den vielen jecken Zaungästen mit Hilfe seiner Sängersuchmaschine neue Mitstreiter.

Am liebsten hätte man(n) natürlich auch gleich den Superstar gefunden. Wie im Hühnerstall ging's indes beim Bürgerverein zu, der wegen des Baus einer Hühnerfarm in der Nachbarschaft Großalarm auslöste. Das Gegacker mochte sich die bunte Singvogelschar des CJD-Kindergartens nicht mehr länger anhören und stimmte flugs die "Vogelhochzeit" an.

Da kamen auch bei den jugendlichen Häftlingen des Brauchtumsvereins Frühlingsgefühle auf. Dabei war die Vereinsjugend hinter Gittern eigentlich gut aufgehoben, die erwachsenen Mitglieder machten nämlich bereits als Vampire die Straßen unsicher. Kein Wunder, dass die Mitglieder der KG Neues Rauschendorf da lieber die Flucht ergriffen, "im Wagentreck durch die Prärie" zogen und nach neuen Siedlungsgründen Ausschau hielten.

Finstere Gestalten waren auch in Thomasberg und Heisterbacherrott unterwegs: Die Schüler der "Zombie High School" suchten entlang der Zugstrecke nach Opfern zum "Anbeißen". "Totgesagte leben länger" lautete das Motto der Band DorfMusic, die zwar kurz vor der Auflösung steht, aber offensichtlich auf irgendeine Art und Weise weiterleben möchte. Wer weiß - an Fastelovend sind schon ganz andere Märchen wahr geworden.

Die Drachenkinder zum Beispiel feierten das Jubiläum ihres Kindergartens unter dem Motto "15 Jahr sin mer jez do, dat is ken Märche, dat is wor". Auch dass der Drache vom Drachenfels nicht tot, sondern höchst lebendig ist, ist kein Märchen - beim Rosenmontagszoch schlängelte er sich nämlich höchst vergnügt durch die Straßen.

Offensichtlich hat er allerdings eine märchenhafte Verwandlung durchgemacht: statt Feuer spuckte der zehn Meter lange Lindwurm leckere Kamelle. Weil es im Siebengebirge so schön ist, waren auch Asterix und Obelix angereist und stellten fest: "Die spinne, die Leddeköpp". Vermutlich wunderten sie sich, dass in Hesprott ein Damendreigestirn das Regiment übernommen hat und das Zepter fest in der Hand hält.