Proklamation in Thomasberg

Fünf süße Mädels rocken die Strüch

Blumenübergabe bei der Proklamation in Thomasberg.

Blumenübergabe bei der Proklamation in Thomasberg.

THOMASBERG. Prinzessin Jill I. wurde bei der Proklamation in Thomasberg von Bürgermeister Peter Wirtz inthronisiert. Die Prinzessin wird umringt von gleich vier hübschen weiblichen Pagen.

Diese Mädels! Die Strüch ist fest in weiblicher Hand. Erstens: Die Strücher KG inthronisierte mit Jill I. erneut eine süße Prinzessin. Die gibt es jedoch nur im Fünferpack. Denn zweitens: Prinzessin Jill wird umringt von gleich vier hübschen weiblichen Pagen – und die weichen ihrer Majestät wie echte Knappen bei Hofe nicht von der Seite. Aber eigentlich passt das doch zu dieser Session, in der das Damenkomitee der KG fünfzigjähriges Jubiläum begeht und gerade erst seine Extra-Gala feierte. Insofern ging Bürgermeister Peter Wirtz zum zweiten Mal in Wochenfrist in der Strüch auf die Knie, um den Damen zu huldigen und Orden in Empfang zu nehmen.

Aber zunächst überreichte er Jill Scheider zusammen mit Strücher-KG-Präsident Francisco Hoffmann das Zepter. Danach gab es für die fünf jungen Damen den Orden des Stadtchefs. „Alaaf, ihr Jecken, hier im Saal. Ja, es ist wahr, vor Euch steht ne Weiberschar, und es ist auch kein Gerücht, ich bin Prinzessin von de Strüch“, sagte Jill I. in ihrer Regierungserklärung. „Einen Prinz werdet Ihr auf der Strüch wieder nicht sehen, die haben Schiss, hier oben auf der Bühne zu stehen. Ich, Prinzessin Jill die Erste, und mein Gefolge haben uns aufgemacht und Euch für die Session die volle Frauenpower mitgebracht.“

Damit hatte Ihre Tollität nicht zuviel versprochen. Das Quintett heizte den Jecken im Saal ordentlich ein. Und zwar mit einem eigenen Prinzessinnenlied nach der Musik von Cat Ballou. „Et jit ke word, dat sare künnt, wat ich föhl, wenn ich an üch he denk, oh, oh, oh, wenn ich an ming Strüch he denk…“, lautete der Refrain, in den die Mutigen im Saal mit einstimmten. Und die fünf Mädels machten ihrer Heimat schöne musikalische Komplimente: „Hann mich immer noch net sattjesehn an der Hüsjer un dem Strücher Dom…“ Das närrische Volk war begeistert von seiner jecken Obrigkeit.

Eigentlich sind Prinzessin und Pagen auf jeckem Parkett bekannt: Sie tanzen alle im Jugendtanzcorps der Strücher. Laura Steeg und Chiara Kettwig besuchen die achte Klasse des CJD, Sinah Kay geht dort in Klasse sieben und Joan von Natzmer und Jill Scheider sind Schülerinnen der Klasse 7c an der Gesamtschule Oberpleis. Und während Prinzessin Jill in einem feinen blau-weißen Prinzessinnenkleid mit Krönchen im langen Haar auftrat, zeigte sich ihre kesse „Mädchen-Bande“ im weiten Punkte-Mini-Rock.

Jill wohnt mit ihrer Familie, die vor sieben Jahren aus Köln zuzog, in Kippenhohn und trägt qua kölscher Geburt jecke Gene in sich. „Ich wollte gern Prinzessin werden“, erzählte die Zwölfjährige, die aber auch schon feste Zukunftsvorstellungen hat. Berufsziel: Meeresbiologin. Ihre Lieblingsfächer sind Englisch und Kunst, sie malt, tanzt und liest gern. Und als sie die Glückwünsche befreundeter Vereine entgegengenommen hatte, bat sie auch ihre Eltern Joachim und Sonja Scheider sowie ihre Großeltern Hans und Resi Schröder zur Ordensverleihung auf die Bühne. Ihre große Schwester konnte leider nicht an der Inthronisation teilnehmen. Die wird aber bald das blau-weiße Wachhäuschen vor der Tür sehen – die Hofburg der Prinzessin, die von der KG nun aufgebaut wird.