Gemütliches Stelldichein der Ex-Tollitäten

<b>Hier ist er zu Hause:</b>
Manfred III. zieht mit seinem Gefolge durch die Gassen
zum "Tubak".

<b>Hier ist er zu Hause:</b> Manfred III. zieht mit seinem Gefolge durch die Gassen zum "Tubak".

Auch Nicht-Altstädter zieht es inzwischen zu dem Treff der früheren Regenten

Königswinter. (bcn) Es gab Jahre, da war am Karnevalssamstag in Königswinter nichts los. "Es herrschte tote Hose", brachte es Dieter Schumacher, ehemaliger Altstadtprinz, auf den Punkt. Ende der 1970er Jahre wurden daraufhin einige ehemalige Tollitäten, die sich zu einem Stammtisch zusammengeschlossen hatten, aktiv und riefen das mittlerweile traditionelle Prinzen-Biwak ins Leben.

Dieses nun alljährlich am Karnevalssamstag stattfindende Treffen vereint die besten rheinischen Tugenden miteinander: Frohsinn und Gemütlichkeit. Kein Wunder also, dass es sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut. Neben den ehemaligen Narrenherrschern aus der Altstadt versammelten sich auch diesmal wieder viele Jecke vor dem "Tubak", um bei Karnevalsmusik und kleinen Leckereien zu feiern.

Für gute Laune sorgten direkt zu Beginn die "Swinging Fanfares" und auch das amtierende Prinzenpaar, Prinz Manfred III. und Prinzessin Rita I., ließ nicht lange auf sich warten. Auch die Große Königswinterer KG nebst Tanzcorps und der Musikzug der Altstadtfeuerwehr statteten dem Biwak einen Besuch ab. So viele (ehemalige) Tollitäten an einem Ort - das ist einmalig und lockt mittlerweile auch Nicht-Altstädter an.

"Seit ein paar Jahren bekommen wir regelmäßig Besuch von den Niederdollendorfer Tollitäten. Das finden wir toll", freute sich Schumacher. Außer zum Biwak treffen sich die ehemaligen Narrenherrscher rund drei Mal im Jahr zum Stammtisch. Auch ein gemeinsamer Ausflug steht jedes Jahr auf dem Programm. 2006 wurde der "kölsche Wanderweg" beschritten: Bei einer Führung durch die Kölner Innenstadt wurden Brauhäuser besichtigt, einige Denkmäler besucht und unter anderem die Frage geklärt, wie das Kölsch entstanden ist.

Auf verschiedenste Art und Weise bringen sich die Stammtischmitglieder nach wie vor in das karnevalistische Treiben ein: Sei es durch den Erlös des Biwaks, der regelmäßig sozialen Zwecken, wie Kinderveranstaltungen, gespendet wird. Aber auch ihre Erfahrungswerte lassen die ehemaligen Tollitäten ihren Nachfolgern zugute kommen: So ist Hansi I. (Hirzmann), Prinz des Jahres 1998, Prinzenführer der amtierenden Altstadttollitäten Manfred und Rita.