Karnevalszug in Eudenbach

Jecke im Oberhau beweisen närrische Kondition

Eudenbach. Das jubelnde Volk am acht Kilometer langen Zugweg hat die rund 500 Teilnehmer zu fast olympischer Leistung angetrieben. Zum Lohn gab es jede Menge Kamelle.

Olympiareife Kondition bewiesen die Jecken im Oberhau einmal mehr am Sonntag: Knapp acht Kilometer lang ist die Wegstrecke ihres Zochs, der mittags in Sassenberg startet, dann durch Eudenbach, Willmeroth, Hühnerberg und Quirrenbach zieht und schließlich irgendwann kurz nach Einbruch der Dämmerung wieder in Eudenbach eintrifft.

Mehr als 500 fantastisch kostümierte Narren teilten ordentlich Kamelle an das Fußvolk am Straßenrand aus und feierten ausgiebig ihr Prinzenpaar Bodo I. und Heike I. und das Kinderprinzenpaar Marian I. und Katharina I. „Wir haben alles mitgebracht, was wir haben“, hieß es vom Elferrat der KG „So sind wir“ Buchholz, die in diesem Jahr ihr 111-jähriges Bestehen feiert. Samt Stadtsoldaten und Rot-Weißen Funken waren die Buchholzer mit 80 Jecken in den Oberhau gekommen.

Motto „Bauer sucht Frau“

Während es mit den Nachbarn vom Hammelshahn ab zu Robin Hood in den Sherwood Forest ging, ließen die Jecken Fründe in blauen Latzhosen und gelben Shirts noch einmal Peter Lustig von der Fernsehsendung „Löwenzahn“ zu Ehren kommen. Motto: „De jecke Fründe fiere en Peters Hött“. Süße Disneyfiguren, bestens aufgelegte Stewardessen, Indianer und Zauberer feierten gemeinsam im Zoch – von Müdigkeit keine Spur. Und falls doch, verteilten die Pferdefreunde Faulenbitze an den einen oder anderen tütenweise Kakao, wahlweise Vanillemilch. Das passte dann auch perfekt zum Motto „Bauer sucht Frau“.

Mit rund 60 Teilnehmern war der Hamburger Frittenclub 1993, der in diesem Jahr sein Silberjubiläum feiert, die größte Gruppe im Zoch – und allein von den Kostümen her nicht zu übersehen: Blaue und pinkfarbene kunstvoll zu Berge stehende Perückenhaare, dazu lila Latzhosen für die Herren und blaue Paillettenkleider für die Damen – echte Hingucker.

Das fanden dann auch die Vampire der „Jumping Girls“, von deren Festwagen ein Skelett freundlich winkend die Jecken grüßte. Als Piraten verkleidet gaben die Amazonen „Drink us“ schließlich die Vorhut für das Oberhauer Prinzenpaar. Ehrensache, stammt doch Prinzessin Heike I. selbst aus ihren Reihen. Und diejenigen, die nach dem Zoch noch Puste hatten, zog es schnurstracks weiter zum Prinzenball. Feiern im Oberhau ist halt olympiareif.