Möglicher Umzug nach Hennef-Rott

Karnevalisten fehlen für Kirchspiel Stieldorf die Säle

Stieldorf. Auf Wanderschaft gehen die Karnevalisten aus dem Kirchspiel Stieldorf in der bevorstehenden Session. Der Grund: Den Jecken fehlt ein Veranstaltungsort.

Das Damenkomitee „Löstige Höhner von de Luterbach“ aus Oelinghoven veranstaltet seine Weibersitzung am Freitag, 26. Januar, im Franz-Unterstell-Saal in Thomasberg. Die KG „Mir komme met“ aus Bockeroth und Düferoth weicht sogar über die Stadtgrenze in das „Alte Gasthaus“ in Hennef-Rott aus. Am 18. November wird dort das neue Dreigestirn proklamiert. Grund in beiden Fällen: Den Jecken fehlt im Kirchspiel ein Veranstaltungsort.

Als sich die elf Frauen von den „Löstigen Höhnern“ kürzlich trafen, um darüber zu sprechen, wie es weitergehen soll, war grundsätzlich alles denkbar. Man war sich dann aber recht schnell einig, dass das zurzeit wegen des fehlenden Brandschutzes geschlossene Dorfgemeinschaftshaus in Oelinghoven keine Option ist. Hier hatten die Frauen in den vergangenen Jahren an Weiberfastnacht ihr fünfstündiges Programm mit komplett eigenen Kräften aufgeführt.

„Wir treffen uns seit September jeweils an zwei Abenden pro Woche zum Üben“, sagt Erika Reinhardt, die sich mit Angelika Arnold die Präsidentschaft teilt. „Da wollen wir uns schließlich auch zeigen. Die Auskünfte zum Dorfgemeinschaftshaus waren da zu schwammig. Wir haben uns deshalb die Frage gestellt, ob wir aussetzen sollen, was aber möglicherweise bedeutet hätte, dass wir nie wieder anfangen“, so Reinhardt.

Veranstaltung in Hennef-Rott

Die zweite Möglichkeit war, einen anderen Raum zu suchen. Eine kurze Anfrage bei der Strücher KG in Thomasberg, ob dort der vereinseigene Saal zur Verfügung steht, und bei einem Musiker, der die Aufführung stets begleitet, waren erfolgreich. Nun findet die Sitzung zwar nicht an Weiberfastnacht statt. Dafür kommen aber erstmals die Männer der Löstigen Höhner in den Genuss der Aufführung ihrer besseren Hälften. Ob der Auftritt in Thomasberg ein Intermezzo bleibt, wollen die Oelinghovenerinnen dann später entscheiden. „2019 gehen wir vielleicht wieder ins Dorfgemeinschaftshaus, wenn es wieder geöffnet ist“, sagt Reinhardt. 23 der 53 Jahre, die es die Veranstaltung bereits gibt, hat sie selber mitgewirkt.

Für die KG „Mir komme met“ aus Bockeroth und Düferoth könnte der Ausflug nach Hennef-Rott hingegen erst einmal zu einer Dauereinrichtung werden. Erst im August haben die Karnevalisten endgültig erfahren, dass es keine Veranstaltungen mehr in der nach der vergangenen Session geschlossenen Gaststätte „Op die Hüh“ geben wird. Laut Daniel Jonen von der KG wäre man sogar bereit gewesen, mehrere tausend Euro in den Saal zu investieren. Daran habe der Eigentümer aber kein Interesse gezeigt.

Dann wollte die KG nach Oelinghoven ausweichen, als die Schließung des dortigen Dorfgemeinschaftshauses ihr einen weiteren Strich durch die Rechnung machte. Das Haus Lauterbach in Birlinghoven fiel ebenfalls aus, weil es an allen Wochenenden schon belegt ist. Man wäre auch bereit gewesen, ein zehn mal 25 Meter großes Festzeit zu mieten. „Nicht das Zelt, sondern der Platz war das Problem.

Keine Prunksitzung

Wir haben uns mehrere Flächen ausgeguckt, aber die Eigentümer haben nicht mitgespielt“, sagt Jonen. Außerdem hätten zahlreiche Auflagen des Bauamtes erfüllt werden müssen. Auch Versicherungsfragen, zum Beispiel Schutz gegen möglichen Vandalismus, hätten geklärt werden müssen. Auch das Feuerwehrgerätehaus war eine Überlegung. Dann hätten die Löschfahrzeuge aber im Winter draußen stehen müssen, und es hätte die Gefahr bestanden, dass das Löschwasser einfriert.

Daher war man bei der KG sehr froh, dass sich in Hennef-Rott nun die Möglichkeit bietet, Karneval zu feiern. „Das Gute ist, dass es außer einem Damenkomitee dort keine Tollitäten gibt“, so Jonen, der selbst in der letzten Session Prinz in Bockeroth war.. Die Räume seien etwas kleiner als in Bockeroth, dafür aber genauso urig und gemütlich. Die Proklamation findet am 18. November statt. Das neue Dreigestirn wird dann bereits im Ornat auf der Bühne begrüßt, was sonst immer erst auf der Prunksitzung geschieht. Dafür wird es keine Prunksitzung geben.

Auf die Kindersitzung (2. Januar) und die Weibersitzung (10. Februar) müssen die Jecken aus Bockeroth und Düferoth aber nicht verzichten. Ein großer Shuttlebus übernimmt den Transport. „Wenn es gut läuft, werden wir das auch weiter da oben machen“, sagt Jonen. Die Pläne für eine neue Multifunktionshalle für das gesamte Kirchspiel sind für ihn noch Zukunftsmusik. Der Rosenmontagszug findet übrigens, wie gewohnt, in Bockeroth statt. „Wir wollen dort irgendwo ein Zelt aufbauen, damit nach dem Zug noch gefeiert werden kann“, sagt Jonen. Aber soweit sei man noch nicht mit der Planung.