Karnevalsveranstaltung abgesagt

Löstige Höhner lassen Kostümsitzung in Thomasberg ausfallen

Oelinghoven. Seit 1964 sorgt das Oelinghovener Damenkomitee mit seiner hausgemachten Sitzung für ein Dorf-Highlight. Doch dieses Mal wurden für einen anderen Termin und in einem anderen Saal so wenig Karten verkauft, dass die Frauen die Notbremse ziehen.

Die Enttäuschung ist groß. Die „Löstigen Höhner von de Luterbach“ sagen ihre für kommenden Freitag, 26. Januar, geplante Sitzung ab. Hintergrund: Erstmals mussten sie die Kostümsitzung, die sie seit 1964 stets liebevoll inszenieren, nach Thomasberg und zudem auf einen ungewohnten Termin verlegen. Folge: Das Interesse ist zu gering, es wurden nur 120 Karten verkauft.

Weil das Dorfgemeinschaftshaus in Oelinghoven in dieser Session aus Brandschutzgründen nicht zur Verfügung steht, wollten die elf Frauen zwischen 35 und 75 Jahren stattdessen im Franz-Unterstell-Saal in Thomasberg auftreten. Da aber die Strücher KG am traditionellen Weiberfastnachts-Termin dort ihre Wieversitzung veranstaltet, entschieden sich die Oelinghovenerinnen für den Termin in dieser Woche, zu dem sie zusätzlich die Männer einluden. Dennoch verkauften sie so wenige Karten, dass sie die Veranstaltung jetzt schweren Herzens absagten.

Das fünfstündige Programm war vorbereitet

„Wir haben viel Zeit und Herzblut investiert, aber die Resonanz war zu gering“, sagt Präsidentin Erika Reinhardt. Seit September hätten die Frauen an zwei Abenden pro Woche für ihr fünfstündiges Programm geprobt. Traditionell bestreiten sie die komplette Veranstaltung mit eigenen Kräften. Statt Karten zu kaufen, hätten viele Oelinghovener sie jedoch gefragt, warum sie denn in diesem Jahr nicht an Weiberfastnacht auftreten würden. An dem neuen Termin wären manche schon verplant gewesen. Viele habe auch der Weg nach Thomasberg gestört.

„Wir haben in der Vergangenheit zwei Jubiläumssitzungen in Thomasberg veranstaltet, die mit jeweils 280 Karten ausverkauft waren“, sagt Reinhardt. Zuletzt war das die Sitzung zum 50-jährigen Bestehen im November 2014. Für die Veranstaltung in diesem Jahr habe man sich nach diesen Erfahrungen daher 150 verkaufte Tickets als untere Grenze gesetzt. Doch es gingen nur 120 weg. Zum Vergleich: In der Vergangenheit waren die Auftritte im früheren Stieldorfer Pfarrheim mit 170 Plätzen und in den letzten beiden Jahren im Dorfgemeinschaftshaus mit 140 Plätzen stets ausverkauft. „Wir sind schon sehr enttäuscht und fühlen uns von den Oelinghovenern ein wenig im Stich gelassen“, sagt Reinhardt. Vor einem halb leeren Saal habe man jedoch nicht auftreten wollen.

Die Präsidentin sieht die Absage als Bestätigung dafür, dass das Interesse an kleineren Sitzungen immer mehr nachlässt. „Die jungen Leute wollen feiern und nicht mehr zuhören. Das Urtümliche wird daher immer mehr verschwinden“, glaubt sie. Dennoch wollen die Löstigen Höhner die Flinte noch nicht ins Korn werfen. „Wir haben ja selber so viel Spaß daran“, sagt Reinhardt. Man wolle nun sehen, wie sich die Situation beim Dorfgemeinschaftshaus entwickelt.

Am Dorfhaus wird noch gearbeitet

Möglicherweise komme auch das ehemalige Pfarrheim wieder in Betracht. Weil sich dort inzwischen die Offene Ganztagsschule befinde, sei ein Auftritt dort mit sehr viel Aufwand verbunden. Der Saal stehe am Mittwoch vor Weiberfastnacht erst ab 16.30 Uhr zur Verfügung. Dann müsste dort alles komplett ausgeräumt werden. Außerdem müssten sie von Tischen und Stühlen über die Garderobe bis zur Bühne alles selber mitbringen.

Die Oelinghovenerinnen seien ziemlich traurig, wenn sie an die bevorstehende heiße Zeit des Karnevals denken, berichtet Reinhardt. So ganz umsonst haben sie allerdings nicht geprobt. Am Freitag, 2. Februar, treten sie im Stieldorfer Altenheim auf. „Die Leute dort freuen sich schon seit Monaten auf uns “, sagt Reinhardt.

Wann das Dorfgemeinschaftshaus wieder für öffentliche Veranstaltungen genutzt werden kann, ist offen. „Wir haben schon einiges gemacht. Jetzt warten wir auf den Architekten und den Brandschutzingenieur“, sagt Bianka Lehnen, die für Verwaltung und Vermietung des Hauses zuständig ist. Die große Zeltplane über dem Eingang wurde demontiert, elektrische Fensteröffner, die auf den Feuermelder reagieren, installiert. „Es geht jetzt noch um den Rettungsweg“, sagt Lehnen. Für jede Veranstaltung – wie zuletzt für zwei Geburtstagsfeiern – muss sie Sondergenehmigungen bei der Stadt einholen.