Session 2010/2011

Neuer Regent steigt auf den Oberpleiser Narrenthron

Handküsse für das närrische Volk: Das Prinzenpaar Alfred I. und Gisela I. mit Gefolge.

Oberpleis. Zum Pleeser Karneval hat er den richtigen Draht, seit Jahren sitzt er im Elferrat. Und nun wurde der Radio- und Fernsehtechniker Alfred Krill von der Narrenzunft Oberpleis zum Prinzen proklamiert. An seiner Seite wie im echten Leben seine Frau Gisela.

Die Prinzenmacher hatten dichtgehalten. Viertel vor zehn am Samstagabend lüfteten sie das Geheimnis, nachdem sich das jecke Volk im Saal bereits warm geschunkelt hatte bei einem bunten Programm. Nun gab es endlich Livebilder und Ton vom Oberpleiser Narrenthron.

Das Bläsercorps Auelgau spielte beim Einmarsch "Ach, wär ich nur ein einzig Mal ein schöner Prinz im Karneval". Prinz Alfred I. und Ihre Lieblichkeit Gisela I. strahlten, warfen Strüßjer und Handküsschen. Und die Narren jubelten dem staatsen Paar zu.

Überraschung gelungen. Starmoderator, pardon: Präsident Heinz Vogt gab das Mikrofon aber zunächst an den Bürgermeister weiter. Vielleicht ein Fehler. Peter Wirtz, der sich am Nachmittag noch wegen der neuen Vorwürfe gegen das Königswinterer Jugendamt verteidigen musste, verdonnerte Vogt umgehend zum Kassendienst, wenn Familie Krill im Juli das 25-jährige Bestehen ihres Geschäftes in Oberpleis feiert.

1989 verlegte das Prinzenpaar seinen Wohnsitz in die Pleistalmetropole und verschrieb sich bald auch dem närrischen Treiben hier. So kümmerte sich die "Pleesia" lange um den Kinderkarneval. Peter Wirtz war auch der Bedeutung des bürgerlichen Namens der Tollitäten nachgegangen. "Krill bedeutet Walnahrung." Und bei der Recherche stieß er auch auf den Begriff "Leuchtgarnelen", die blaues Licht aussenden.

Blau-weiß, die Farbe der Narrenzunft. Das passt. "Das wird für Euch ein wunderbares Jahr werden", meinte das Stadtoberhaupt und trat mit Verlesung der Proklamationsurkunde sein Amt auf dem Berg bis Aschermittwoch an Alfred I. und Gisela I. ab. Noch einmal standen ihre Vorgänger Franco und Karin Scarvaci zur Zepterübergabe im Rampenlicht. Das war Aufregung pur.

"Nun ston me he un sin bereit für die fünfte Jahreszeit", sagte Prinz Alfred und kam ein bisschen ins Schleudern beim Reimen. Das passiert schon mal bei einer Liveübertragung und soviel Herzklopfen. Die Narrenschar quittierte es mit einem Riesenapplaus. Gut gemacht, Prinz. Sein Motto: "Maht üch Freud solang et jet, et Levve duurt ke Ewigket."

Freude bereitete den Majestäten Sänger und Komödiant Wicky Junggeburth. Der Kölner Prinz von 1993 widmete den von ihm damals verfassten Hit "Eimol Prinz zo sin" dem Pleeser Prinzenpaar. "Kommt mal runter vom Thrönchen", bat er die Tollitäten. Singen, schunkeln auf der Bühne und davor. Herrlich. Und er sang: "Jecke Saache met ze mache, drövver laache, dat es Karneval."

Die Galasitzung der Narrenzunft steigt am Samstag, 26. Februar, 19 Uhr in der Aula.

Das Prinzenpaar Alfred Krill (51) wurde in Troisdorf geboren und wuchs in Menden auf. Nach der Fachschule absolvierte er eine Ausbildung zum Radio- und Fernsehtechniker. 1987 heiratete er seine Gisela (47), die in Much zur Welt kam. Mit 14 lernte sie ihren späteren Mann im Jugendzentrum Mülldorf kennen. Sie legte das Fachabitur ab und wurde Arzthelferin. Das Paar hat drei Kinder: Sarah (23), Frederic (20) und Kathleen (10). Die Prinzessin arbeitet im Geschäft ihres Mannes mit.