"Schuh des Bürgermeisters"

Rathaus „Puder-Rosa“ in Königswinter ist schnell erobert

Der jecken Narrenschar, die auf dem Rathausplatz aufmarschiert ist, haben die Verteidiger nichts entgegenzusetzen.

Der jecken Narrenschar, die auf dem Rathausplatz aufmarschiert ist, haben die Verteidiger nichts entgegenzusetzen.

OBERPLEIS. In Oberpleis haben die Verteidiger es beim Rathaussturm verschlafen, rechtzeitig Rauchzeichen zu geben und den Tollitäten Paroli zu bieten. Ganz kampflos ergibt sich Häuptling Peter "Abahachi" Wirtz dann aber doch nicht.

Rathauserstürmungen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren – zumindest in Plees. Hatten die Tollitäten in den Vorjahren unter Aufbietung all ihrer Manneskraft und Frauenpower den Balkon des Königswinterer Regierungspalais in einem wagehalsigen Akt per Leiter oder Hublift erklommen, spazierten sie dieses Mal einfach durch die Tür hinein. Mit einem derart heimtückischen Akt hatten die Rathaus-Verteidiger nun wirklich nicht gerechnet.

Allerdings zeigten Häuptling Peter „Abahachi“ Wirtz, „Uschi“ Jüngling, der ganz in rosa gekleidete „Winnetouch“ und die anderen Mannen an ihrer Seite augenscheinlich auch nicht furchtbar viel Interesse an der Verteidigung der „Puder-Rosa“: „Den alten Kasten hier könnten wir euch schenken“.

Anstatt sich aber kampflos der anrückenden tollitären Armada mit dem Öttemicher Piratenkapitän Klaus Kunkel an der Spitze zu ergeben, bestand Wirtz dann doch auf die „harte Tour“. Die war schon zum Scheitern verurteilt: anstatt das Kriegsbeil auszugraben und die Verbündeten rechtzeitig per Rauchzeichen über die bevorstehende Schlacht zu informieren, hatte sich „Abahachi“ Wirtz offensichtlich lieber dem Lackieren seiner adrett gefeilten Fingernägel gewidmet. Sein Blutsbruder Ranger erschien jedenfalls erst, als die „Puder-Rosa“ bereits in Narrenhand war: „Ich dachte, das wär um 11 nach 11.“ Dabei weiß in Plees doch jedes Kind, dass bereits um 11 vor 11 gestürmt wird.

Tarnung hat versagt

Auch die Tarnung, die sich so manch einer aus des Bürgermeisters Stamm hatte einfallen lassen, erwies sich nicht als wirklich tauglich: Wer im Karneval als Verwaltungsangestellter unterwegs ist, braucht sich nicht zu wundern, wenn er sofort auffliegt. Es half auch nichts, dass der Häuptling den Angreifern vorflunkerte, noch 1000 kampflustige Indianer in den Büschen versteckt zu haben – die Narren hatten einfach schlagkräftigere Argumente: zum einen die dicke Kanone der Blau-Weißen Funken und zum anderen den alles entwaffnenden Liebreiz der Prinzessinnen.

Und dann wurden die Rathaus-Indianer auch noch kurzerhand in Grund und Boden gejammert: „Wir haben irre viel Arbeit, damit ihr alle im Fastelovend viel Spaß habt. Aber leider haben wir immer mehr Probleme mit den Genehmigungsverfahren“, so Kunkel. Da ließen sich die Rothäute erweichen und luden zum gemeinsamen Friedenspfeifen-Rauchen in den Ratssaal ein.