Party im Schulzentrum

Stimmungsvolle Prunksitzung der Narrenzunft Oberpleis

Staatse Kerle: Die Prinzen-Garde Köln mit ihren 120 Gardisten lässt nicht nur kleine Jecken staunen.

Staatse Kerle: Die Prinzen-Garde Köln mit ihren 120 Gardisten lässt nicht nur kleine Jecken staunen.

OBERPLEIS. Die Narrenzunft Oberpleis feiert eine stimmungsvolle Prunksitzung in der Aula des Schulzentrums. Norbert Mahlberg und Georg Dahs erhalten den Prinzenorden.

Mit dem Spagat ist es so eine Sache: Manche können's, andere nicht. Andreas Friedrich kann's definitiv nicht – eigenen Angaben nach waren sämtliche Anläufe kläglich gescheitert und hatten obendrein drei zerrissene Hosen zur Folge. Zum Glück hat der Präsident der Narrenzunft Oberpleis aber Regimentstochter Laura in den eigenen Reihen, die gerne einsprang und den Spagat am Samstagabend bei der großen blau-weißen Prunksitzung in der Aula des Schulzentrums ganz mühelos präsentierte.

Eine akrobatische Übung mit symbolischem Charakter, denn ebenso perfekt möchte auch die Narrenzunft weiterhin den schwierigen Spagat zwischen Tradition und Moderne meistern. „Karneval verändert sich“, so Friedrich. Standen früher vor allem die klassischen Sitzungen mit Büttenrednern hoch im Kurs, wünschen sich die Jecken heutzutage vor allem Partystimmung und Musik. Dem möchte die Narrenzunft mit maßgeschneiderten Veranstaltungen und vor allem „hoher Qualität auf der Bühne“ auch künftig Rechnung tragen.

Einmarsch der Kölner Prinzen-Garde

Bei der diesjährigen Prunksitzung jedenfalls stimmte alles: Der Saal war proppenvoll, die Stimmung bestens und das Programm bot alles, was das jecke Herz begehrt – und zwar auf höchstem Niveau. Ein Highlight gab es gleich zu Beginn: Rund 120 staatse Gardisten der Prinzen-Garde Köln zogen mitsamt Tanzpaar und Regimentskapelle ein – ein Anblick, bei dem wohl jedem Fastelovendsjeck et Hätz opjeht, wobei der Einmarsch des strahlenden heimischen Prinzenpaares Clemens I. und Tanja I. (Ostermann) nebst Elferrat, Ströppchen und Dilledöppchen nicht weniger Augenschmaus war.

Schlag auf Schlag ging es weiter im Programm: die Band Miljö, Comedian Wolfgang Trepper, die Kölner „Wanderer“ mit ihrer einzigartigen Musikshow, die „Rabaue“, die Zunftsterne und die Blue Spirits der Narrenzunft sowie das Tanzcorps Rheinveilchen sorgten dafür, dass auch den durchtrainiertesten Jecken kaum Zeit zum Luftholen blieb. Nicht zu vergessen Büttenredner wie Peter Raddatz und Christian Pape, die obendrein die Lachmuskeln strapazierten.

Verleihung der Prinzenorden

Letzterer warf nicht nur einen Blick aufs Weltgeschehen – „Die Welt wäre eine Bessere, wenn der amerikanische Präsident ein Tanzoffizier in Oberpleis wäre“ – sondern widmete sich auch ganz normalen Banalitäten des Alltags. Zum Beispiel die Sache mit der rheinischen Pünktlichkeit: „Kürzlich schrieb mir meine Frau eine SMS: Bin in fünf Minuten da – wenn nicht, dann lies diese Nachricht noch einmal.“

Vom „Mann mit dem Hötche“ lernten die Jecken wiederum, dass man sein Geld besser nicht bei der Bank anlegt: „Das ist genauso, wie wenn sie ihren Hund beim China-Imbiss in Pflege geben.“ Ein besonderer Höhepunkt der Narrenzunft-Sitzung ist stets die Verleihung der Prinzenorden an verdiente Karnevalisten: In diesem Jahr konnten sich Elferratsmitglied Norbert Mahlberg und Funken-Hauptmann Georg Dahs über die hohe „tollitäre“ Auszeichnung freuen.