Kampf um Rathaus-Schlüssel

Dracula trifft Adams Family

Graf Dracula beschwört seine Tochter, alles zu tun, um die Schlüssel für das Rathaus zurückzuerobern.

Graf Dracula beschwört seine Tochter, alles zu tun, um die Schlüssel für das Rathaus zurückzuerobern.

NIEDERKASSEL. Es war kurz nach 11 Uhr, als sich im Festzelt auf dem Parkplatz neben dem Niederkasseler Rathaus erste gruselige Vampire unter das närrische Volk mischten.

Sie kamen aus dem Verwaltungsgebäude, denn dort feierten nach dem Motto "Dracula meets Adams Family" schaurig aussehende Geschöpfe der Nacht den Karneval.

Die Garde der IGK Blau-Weiß brachte die bunten Jecken noch in Stimmung, da kündigte sich bereits Ungemach an. Miriam Richarz betrat die Bühne und machte sich mit den Jecken bekannt. "Ich bin 117 Jahre alt, Graf Draculas Tochter und kurz vor der Volljährigkeit", berichtete sie, bevor der noch schlafende Vater im Sarg durch die bunte Narrenschar hereingebracht wurde. Etwas benommen und äußerst skeptisch - wen wundert's angesichts der Tageszeit - kletterte der Vampir (Bürgermeister Stephan Vehreschild), nachdem er den Transport durch die Menge heil überstanden hatte, auf die Bühne.

Umrahmt von Prinzessin Yvonne I., dem Rheidter Dreigestirn, Prinz Tobias II., Bauer Stefan und Jungfrau Jesefa, sowie dem Kinderprinzenpaar Isabela I. und Luis I. erklärte ein einigermaßen schaurig aussehender Graf Dracula, worum es ging. "Wir müssen den Schlüssel unseres Hotels (das Rathaus), den wir am 11.11. abgegeben haben, wiedererlangen." Dafür kämpfte der Obervampier schließlich mit ganzem Körpereinsatz. Ob Kamelle schmeißen beim Bad in der Menge, fünf Jungfrauen beißen, die dann für ihn putzen sollten oder Blut trinken - Graf Dracula meisterte alles und erfreute sich vor allem an den fünf Jungfrauen. "Das sind nicht deine Frauen, sondern Putzkräfte", belehrte ihn Tochter Miriam, was Dracula veranlasste, auf sein blutgetränktes Hemd zu verweisen. "Das müsste als Erstes gereinigt werden, denn ich habe heute schon gefrühstückt."

Für Heiterkeit sorgte schließlich auch sein Erster Beigeordneter Helmut Esch. Er musste erste Gehversuche auf Highheels absolvieren, was ihm nur mit tatkräftiger Unterstützung des Rheidter Dreigestirns gelang. Eigentlich sollte er ja als Adjutant des Rheidter Dreigestirns für Sicherheit sorgen - mit silbern funkelnden Stöckelschuhen schwanden jedoch im Nu jegliche Haltung und Sicherheit des stolzen Soldaten. Er knickte, watschelte und suchte Halt, bevor endlich mit dem Lied der KG Rut-Wiess Ranzel auch für ihn die Erlösung von dem unbequemen Schuhwerk kam.

Kein Problem mit ihren Pumps hatte hingegen ihre Lieblichkeit, Prinzessin Yvonne I., die in gewohnter Anmut zum Abschluss der Bühnenshow den Tanz der KG auf das leicht abgewandelte "Atemlos" von Helene Fischer formvollendet präsentierte.