Veedelszüge

Eine Gruppe bunter und prickelnder als die andere

NIEDERKASSEl / SIEGBURG. Die Rheidter werden ihrem Ruf als Top-Karnevalisten gerecht. Auf dem Stallberg feiert das "Buure Dreijesteen" Premiere.

Niederkassel. (voa) Mein Gott: Auf dem Rheidter Zug wurde am Sonntag nicht nur ein Dreigestirn chauffiert, man konnte auch Sahneschnitten zu Fuß unterwegs sehen und tanzende Götter in Aktion bewundern.

Nein, man mag es kaum glauben, es wurde auch gehoppelt: Und zwar von zwei Jungs, die zum Freundeskreis "Jecke Köpp" aus der Straße Kirchbitze in Rheidt gehören. Verkleidet als überdimensionale Osterhasen, bewegten sich die beiden im Zug springenderweise auf zwei Hüpfbirnen vorwärts.

Das durch und durch jecke Rheidter Narrenvolk steht traditionell in dem Ruf, ganz vorne mit dabei zu sein, wenn es um karnevalistische Kreativität geht. Dem Ruf sind die Aktiven des Zugs wieder gerecht geworden. Unter den gut 900 Teilnehmern präsentierte sich eine Gruppe prickelnder als die andere. Klasse etwa die "Rocker" um Mona Pawig.

20 Freunde aus Mondorf und Rheidt, die recht wild daherkamen. Farbenfroh in Szene gesetzt hatte eine Gruppe das rheinische "Kosewort" "Jeck im Rään": Als Clowns in geöffneten Regenschirmen ließ sich die Formation von den Rheidtern entlang der Strecke feiern.

Siegburg. (cla) D'r Zoch rollte schon am Samstag übern Siegburger Stallberg. Angeführt von den Husaren Schwarz-Weiß, schlängelte sich der jecke Tross durch den Beritt, "diesmal wieder andersrum", wie Zugleiter Wilfried Pinsch, Vorsitzender der Bürgergemeinschaft Stallberg, erklärte.

Denn: Damit das Spektakel so schön über die Bühne gehen kann, wird vor dem Zug gesammelt. "Und damit alle Lück gleich viel von uns haben, gehen wir jedes Jahr die Route rückwärts." Kamelle satt hatten die 17 bunt kostümierten Gruppen dabei. Besonders weit werfen mussten diese die Damen der Tanzgruppe "Lollipop": Die närrischen Frauen steckten jeweils in einer fast drei Quadratmeter großen "Blumenwiese", die endlich auf dem Stallberger Kreisel wachsen soll.

Die Zoch-Premiere feierte das "1.Stallberger Buure Dreijesteen": Ein Dutzend große und ein Dutzend kleine Vogelscheuchen hofierten beim Zug ihre "Tollitäten", Prinz Marc (Demmer), Buur Sascha (Theisen) und Jungfrau Viola (Volker Lürken). Und Letztere hatte sichtbar tüchtig Spaß, ganz nach ihrem Motto: "Verscheuche losse mer uns nit, dröm fiere mer all och met".