Prunksitzung in Siegburg

Husaren Schwarz-Weiß zünden karnevalistisches Feuerwerk

Ein mitreißendes karnevalistisches Programm erlebten die kostümierten Besucher der Prunksitzung der Siegburger Husaren Schwarz-Weiß.

Ein mitreißendes karnevalistisches Programm erlebten die kostümierten Besucher der Prunksitzung der Siegburger Husaren Schwarz-Weiß.

Siegburg. Ein mitreißendes karnevalistisches Programm haben die Besucher am Samstag bei der Prunksitzung der Husaren Schwarz-Weiß in Siegburg erlebt. Dabei wurde Dirk Höfinghoff zum 35. Ritter des rheinischen Humors geschlagen.

Als Eisbrecher hat man es nicht einfach. Daher übernimmt meist eine bekannte und erfahrene Karnevalsgröße die schwierige Aufgabe, den Saal in Stimmung zu bringen. Die Husaren Schwarz-Weiß dagegen setzten am Samstagabend bei ihrer Prunksitzung in der Siegburger Rhein-Sieg-Halle auf den Nachwuchs. Und sogar auf den jüngsten. Nach dem Einmarsch der Karnevalsgesellschaft tanzten sich die "Minis" unter anderem mit einer Michael-Jackson-Choreographie in die Herzen der Jecken.

Natürlich lief bei den drei- bis sechsjährigen Mariechen und Tanzoffizieren von morgen noch nicht alles wie am Schnürchen, es herrschte vielmehr ein wenig Chaos auf der Bühne, aber genau das machte den besonderen Charme des Auftritts aus. Danach waren die rund 400 kostümierten Gäste im Saal bereit für den Ritterschlag. Nicht für den eigenen, sondern für den von Dirk Höfinghoff, der als 35. Ritter des rheinischen Humors von der Gesellschaft in den karnevalistischen Adelsstand erhoben wurde. Nach der Laudatio durch Rittersprecher Christian Kohr, der seit 1998 dem erlauchten Kreis angehört, wurde es feierlich. "Knie nieder, Knappe Dirk", forderte Husaren-Präsident Stephan Riesop den Auserwählten der diesjährigen Session auf und nach dem Ritterschlag mit dem Schwert: "Erhebe dich, Ritter Dirk II." Denn mit Dirk Bauer gibt es noch einen Namensvetter.

Höfinghoff zeigte sich in einer kurzen Ansprache erfreut, "dass ich nicht an Kreuzzügen, sondern nur an Rosenmontagszügen teilnehmen muss". Der 52-Jährige wurde in Köln geboren und ist in Porz aufgewachsen. Seit 2007, als der Volljurist nach verschiedenen Berufsstationen ein Notariat in Siegburg übernahm, wohnt er auch in der Kreisstadt. Im Oktober 2018 trat Höfinghoff dem Verkehrsverein bei und kümmert sich als stellvertretender Vorsitzender um die Stärkung Siegburgs als Einkaufsstadt.

Dann gab der Sitzungspräsident den Startschuss für ein Programm, das die Narren immer wieder zu Begeisterungsstürmen hinriss. Den Auftakt machten die Rabaue, die musikalisch gleich mit Vollgas loslegten. Weiter ging es mit einer Tanzeinlage der Junioren und einem Besuch des Kinderprinzenpaares, später gaben sich auch die erwachsenen Tollitäten die Ehre. Hildegard Brömmelstrote trieb in gestrickter Trachtenweste, mit Stützstrümpfen an den Beinen, Dutt auf dem Kopf, Hornbrille auf der Nase und Handtasche am Arm den Sitzungsbesuchern mit ihrer Revolverschnauze die Lachtränen in die Augen. Gleich dreistimmig präsentierte Gérard mit seinen Puppen Emilio und Richy Nonsens vom Feinsten.

Wer zwischen den Tischen tanzen, kräftig mitsingen oder schunkeln wollte, für den hatten die Köbesse, Karobuben, Überflieger und die Boore das passende Musikangebot dabei. Völlig aus dem Häuschen geriet das Publikum bei den fliegenden Stöcken der Trommlergruppe "Drummerholic’s". Nicht auf dem Programmzettel stand ein Überraschungsauftritt des Männerballetts des KC Werder (Havel), der zum Brüllen komisch war. Der Kontakt zu dem befreundeten Club entstand laut Riesop bereits zu DDR-Zeiten.