Im Rathaus ist die Hölle los

<b>Laufsteg Rathausbühne: </b> Kandidatin für den "Super-Bürgermeister" Nicole Schumacher mit einen fulminanten Aufritt als Model .

<b>Laufsteg Rathausbühne: </b> Kandidatin für den "Super-Bürgermeister" Nicole Schumacher mit einen fulminanten Aufritt als Model .

Verwaltung feiert in St. Augustin eine heiße Dschungelparty - Neuer Bürgermeister per Casting-Show gesucht - Prinzengarde erobert in Hangelar die Bundespolizei - In Bergheim lassen es 300 Weiber krachen

Sankt Augustin. (mic) Heiße Rhythmen, schwüler Dschungel, kühles Kölsch und pulsierendes Jeckenblut: Das Sankt Augustiner Rathaus ist alles andere als ein schlafender Beamtentempel. Immer an Weiberfastnacht wird im Ratssaal das offensichtlich, was niemand vermuten würde.

Schon der fulminante Einzug des Elferrates, angeführt von Tina Gauchel, brachte den Saal zum Kochen. Im gefleckten Leopardendress eroberten die Dschungel-Ladys, aufgepeitscht von wilden Rhythmen, die Bühne. "Achtung wild, im Urwald ist die Hölle los" lautete das Motto der Verwaltungssitzung .

Und ganz so gerierten sich die rund 250 wilden Jecken, darunter zahlreiche hübsche Käfer, abgehalfterte Abenteurer, behaarte Primaten, bunte Schmetterlinge, zauberhafte Elfen und Schrecken einflößende Indios.

Nicht zu vergessen die Urwald-Feger aus dem Fachbereich Planung, die eine Yucca-Palme vor sich herfuhren, darinnen an den Ästen hängend die "Leitaffen" der Dezernate, allen voran Bürgermeister Klaus Schumacher als Silberrücken. Sie alle sahen ein selbst kreiertes Programm vom Allerfeinsten.

Stadtsprecher Arnold Mäckel überzeugte mit acht Kollegen im Männerballett als tanzende Nonne und beim Urvölker-Speertanz im Baströckchen. "Zur Hölle mit Lumumba, wir bringen das Bier in den Urwald" kündigten die behaarten Grazien an. Großartig und herrlich witzig auch die von Ulla Steinmetz moderierte Casting-Show "SASDSB, Sankt Augustin sucht den Super-Bürgermeister".

Da mussten Fraktionsvorsitzende und leitende Verwaltungsmitarbeiter den "Grüßaugust" machen, Seilschaften bilden, als Model über den Catwalk schweben oder auf mehreren Hochzeiten tanzen. Das taten sie sehr zum Vergnügen des Publikums.

Am Ende aber schaffte es keiner, und Bürgermeister Schumacher bekam die Eierschalen-Kette überreicht, in Anspielung auf den Vergleich Schumachers, der den Juso-Vorsitzenden als "Eierschalen-Denis" bezeichnet hatte. Zu allem Spaß im Überfluss, gab es dann noch eine Kannibalensuppe. Die spendierte der langjährige Personalratsvorsitzende Heinrich Hatz. Er hatte gestern seinen letzten Arbeitstag und verließ den Rathaus-Dschungel Richtung Rente.

Hangelar. (ar) Die "Söldnertruppe" der Fliegerstaffel der Bundespolizei in Hangelar war gestern morgen dem närrischen Ansturm nicht gewachsen. Mit Papp-Fliegern verteidigten die Bundespolizisten sich gegen die Prinzengarde, an ihrer Spitze das Prinzenpaar, doch die Kapitulation war unausweichlich.

Ratzfatz ergab sich die Polizeitruppe. Anschließend führten die Damen der Bundespolizei durch Ihre närrische Sitzung. Eisbrecher wie in jedem Jahr war Walter Giebel, der als Konfuzius weise Vorraussichten auf die kommende Neuordnung der Bundespolizei zum Besten gab. Bis zum Nachmittag dauerte das jecke Programm, bei dem sich die Mondorfer Rheinperlen, die Prinzengarde aus Erpel und die Beueler Stadtgarde auf der Bühne abwechselten.

Bergheim. (voa) Wo war an Weiberfastnacht Stimmung? Ganz sicher in Bergheim auf der Sitzung der KG Grün-Weiß. Dafür sorgten in erster Linie 300 herrlich bunt kostümierte Frauen, die es bis in den Abend mächtig krachen ließen. Kunststück, hatten doch die Grün-Weißen ein klasse Programm auf die Bühne gestellt. Allen voran Büttenredner Marc Metzger war eine Klasse für sich.

Immerhin geht der Mann mit dem ehemaligen Verteidigungsminister Rudolf Scharping golfen, was bei dem allerdings so lang dauert, dass im Wortsinne "Gras über den Ball wächst". Stichwort "schnell". Das erinnerte Metzger an eine Begebenheit mit einer Kellnerin, die er im Biergarten kennen gelernt hatte. "Als die mit dem Bier kam, war ihr das Efeu die Beine hochgewachsen."