Polizei-Wiever stürmen die Kaserne

<b>Tapfer, aber letztlich vergeblich</b> wehrte sich Jürgen Bischoff, Chef der Bundespolizisten in Hangelar, gegen den geballten Ansturm der närrischen Wiever.

<b>Tapfer, aber letztlich vergeblich</b> wehrte sich Jürgen Bischoff, Chef der Bundespolizisten in Hangelar, gegen den geballten Ansturm der närrischen Wiever.

Bundespolizisten in Hangelar müssen sich den Waffen der Frauen geschlagen geben

Sankt Augustin. Man kann sicher nicht behaupten, dass sich Jürgen Bischoff als Präsident der Bundespolizeidirektion in Sankt Augustin-Hangelar nicht zu wehren weiß.

Zumal der altgediente Bundespolizist am Donnerstag bei der Verteidigung des Wirtschaftsgebäudes der Hangelarer Kaserne auch noch jede Menge versierter Kollegen an seiner Seite wusste: So hatten die Polizeidirektoren Andreas Hartmann, Alfred Schmitt und Polizeirat Reimund Gans neben ihm Verteidigungsposition bezogen.

Doch die geballte Men-Power nutzte nichts: Mit den sprichwörtlichen "Waffen einer Frau" nahmen die jecken Polizisten-Wiever um Stefanie Haase die Bastion im Sturm. Der traditionsbewusste Karnevalist dürfte überrascht gewesen sein: Bei der Bundespolizei in Hangelar versteht man das jecke Brauchtum zu zelebrieren.

So zu sehen beim Sturm auf die Kaserne, der dieses Mal unter dem Motto stand: "Bundespolizei goes Hollywood". Ganz auf Hollywood getrimmt waren vor allem die Angriffsformationen um Stefanie Haase: Sie und ihren Mitstreiterinnen kamen als Charleston-Schönheiten herausgeputzt daher, bei denen weder Netzstrümpfe noch Federboa fehlen durften.

Doch ausschließlich auf die Waffen einer Frau verlassen wollten sich die Polizei-Wiever nicht. Darum hatte sich Obermöhn Stefanie Haase durchschlagskräftiger Unterstützung versichert: Mit seinem Gefolge war das Sankt Augustiner Prinzenpaar in Gestalt von Prinz Harald I. und Augustina Inge I. zur Eroberung der Polizeihochburg herbeigeeilt.

Doch wer glaubte, der pomadige Behördenleiter würde so mir nichts dir nichts die Stellung räumen, irrte. Graziös wie Mary Poppins und martialisch mit Schutzschilden bewaffnet, machten Bischoff mit seine Kumpanen Front gegen den Ansturm. Mehr noch: Die Herren der Schöpfung gingen sogar kurzfristig zum Angriff über.

Doch dann bekamen die kecken Aggressoren die Waffen der Frauen zu spüren: Nach einer Gegenoffensive, der hohe Schuhen und Schmink-Quasten Durchschlagskraft verliehen, kapitulierten die Verteidiger ruckzuck.