600 Jecke im Zoch

Rauchender Drache jagt Trump durch Mendener Zug

Sankt Augustin. Die Mendener Narren verstehen sich aufs Feiern - auch ohne Tollitäten, wie sie beim Rosenmontagszug beweisen. Hunderte jubeln den kunterbunten Gruppen und aufwendigen Prunkwagen zu.

So viel Kreativität und ausgefallene Prunkwagen gibt es im Sankt Augustiner Karneval nur im Mendener Rosenmontagszug: Mit großem technischen und kreativen Aufwand, ausgefallenen Kostümen und lustigen Motiven haben die 21 Gruppen und ihre 600 Teilnehmer des Zuges auch in diesem Jahr die Karnevalsfreunde am Straßenrand begeistert. Und das, obwohl die Mendener in diesem Jahr einmal mehr auf ein Prinzenpaar oder Dreigestirn verzichten mussten.

Wolfgang Prause, Vorsitzender des Ortsausschusses, hatte die rettende Idee: Die zehn bisherigen Tollitäten und Narrenregenten wurden eingeladen, auf dem großen Prunkwagen des Vorstandes mitzufahren und so noch einmal, wie früher, die Jecken am Straßenrand mit Kamelle zu beglücken. Doch nicht nur den eigenen Wagen förderte der Ortsausschuss: Insgesamt 4000 Euro investierte der Verein in den diesjährigen Straßenkarneval – Geld, das angesichts der ausgelassenen Stimmung bei dem gut dreieinhalb stündigen Rosenmontagszug gut angelegt war: Mit einer sich drehenden, riesigen Narrenkappe hatte die 1. Mendener Narrenzunft den Auftakt des Zuges gemacht.

Ihr folgte ein Trupp von Bauarbeitern, die – Sicherheit geht vor – vor dem Hintergrund der Marktplatzneugestaltung gleich auch der Statue des Heuesels einen Bauhelm verpasst hatten. Während ein Freundeskreis als bunt kostümierte Fische und schimmernde Quallen vor dem Klimawandel in der Sieg warnten, folgten den Quallen weitere Siegbewohner: Unter dem Motto „Jecke Enten kumme her – fiere mit üch Fasteleer“ bewiesen Anett und Arne Hofer als kleinste Gruppe des Zuges, dass man auch ohne großen Prunkwagen viel Spaß im Zug haben kann.

Trumpinocchio mit der langen Nase

Das galt auch für den TV Menden, der als Clownstruppe mit geschmücktem Bollerwagen auf „Et Trumpinocchio“ und dessen gebrochene Wahlversprechen aufmerksam machte. Dabei hatte die hölzerne Langnase noch Glück, dass der ihr folgende Drache kein echter war: Die Katholische Jugend Menden-Meindorf hatte ihren Prunkwagen zu einer Burg umgebaut, aus der ein ebenso spektakulärer Drache schaute und reichlich Rauch über die Köpfe der Jecken und der großen Drachenhorde spuckte.

Traditionell aufwendig präsentierte sich der Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr: Als „Super Mengde World“ hatten die Wehr und ihre Förderer die Super Mario Welt der Nintendo-Spielekonsolen zum Leben erweckt. Dem Prunkwagen mit sich bewegenden Figuren und DJ André am Mikrofon folgte eine Horde an Super-Mario-Brothers, Prinzessinnen und Schildkröten. Hoch hinaus wagten sich die Jaguars Cheerleader des ASV Sankt Augustin, die den Zug mit Tanz und Show bereicherten und dabei sogar Kamelle aus luftigen Höhen verteilten. Gute Laune herrschte auch bei den „Mendener Freunden“, die im Zug ihren jecken, elften Geburtstag feierten und ihre rollende Party auch nicht von einem kurzen Schneeschauer am Zugende bremsen ließen.