"Demenz-Stadt Plus"

Sankt Augustiner Verwaltung nimmt sich selbst aufs Korn

Die Hula-Hula-Boys Klaus Schumacher, Rainer Gleß und Ali Dogan bewiesender Elferratspräsidentin und Kapitänin Ilona Hofmann mit dem "Flieger-Lied" ihre Reisetauglichkeit auf der "MS Sankt Augustin".

Die Hula-Hula-Boys Klaus Schumacher, Rainer Gleß und Ali Dogan bewiesender Elferratspräsidentin und Kapitänin Ilona Hofmann mit dem "Flieger-Lied" ihre Reisetauglichkeit auf der "MS Sankt Augustin".

Sankt Augustin. Der Verwaltungs-Dampfer „MS Sankt Augustin“ geht mit eigenem Prinzenpaar auf jecke Weltreise. Die Verwaltungsspitze reist als „Hula-Hula-Boys“ mit.

Eisberge, Untiefen, Stürme – der Verwaltungsdampfer „MS Sankt Augustin“ hatte sich für Weiberfastnacht lieber einen gemütlichen Südseekurs ausgewählt. Unter dem Motto „Zu Lande, zu Wasser und in der Luft“ hatten Elferrats-Präsidentin und an Weiberfastnacht auch Verwaltungskapitänin Ilona Hofmann aus dem Jugendamt zur närrischen Weltreise eingeladen.

Wenngleich die Kapitänin krankheitsbedingt auf zwei ihrer elf Crewmitglieder verzichten musste, wurde den Gästen ein durchweg unterhaltsames Reiseprogramm mit traditionell über Monate vorbereiteten Showeinlagen geboten.

Und auch an närrischem Hofadel mangelte es nicht: Josefine Dedenbach aus dem Schulamt hatte im Trubel um das Augustiner Prinzenpaar beschlossen, gemeinsam mit dem Beigeordneten Ali Dogan ein Verwaltungsprinzenpaar zu stellen. Für den gebürtigen Westfalen Prinz Ali I. nur eine kleine Herausforderung, ist er doch eine Frohnatur, die sogar leidenschaftlich das Tanzbein schwingt, wenn es vom Prinzen als Überraschungs-Eröffnungswalzer für die Kreuzfahrt erwartet wurde. Und auch am Ornat hatte Prinz Ali I. schnell Gefallen gefunden: „Ich trage die schönsten Schuhe hier und kann auch noch am schnellsten laufen.“

"Demenz-Stadt Plus" wird neues Leitbild

Närrische Nachhilfe gab es dennoch von Prinzessin Josefine I., etwa beim Schunkeln: „Das ist quasi wie im Rat. Die eine Fraktion zieht in die eine Richtung, die andere in die andere Richtung – dann geht es hin und her, das nennt man Schunkeln.“ Auch der Prinz erkannte die Parallelen zum Sitzungsalltag schnell: „Die einen trinken, die anderen quatschen – und am nächsten Tag kann man sich an vieles nicht mehr erinnern.“

Erinnerungen, das war das Stichwort für Michael Weingart und Herbert Müller-Wrede aus dem Planungsamt, die in die Rolle ihrer Chefs, der Technischen Beigeordneten Rainer Gleß und Uwe Trübenbach, Leitung des Fachbereichs Stadtplanung und Bauordnung, schlüpften. Mit kräftigem Augenzwinkern bekamen beide im Dialog eines alten Ehepaares ihr närrisches Fett weg. „Karneval? Da muss ich kein Föttche stippe – ich lasse lieber die Baukräne drehen“, kommentierte der gemimte Beigeordnete zum Fachbereichsleiter, der gleich unter tosendem Applaus im Saal konterte: „Aber Rainer, die Kräne bauen alle nur Altenheime. Ist das richtig? Oder haben wir ein neues Leitbild für die Stadt? 'Demenz-Stadt Plus?'“

Ein Leitbild das – passenderweise – schnell wieder vergessen wurde, weil noch ein langes Programm anstand: Die Verwaltungsspitze als „Hula-Hula-Boys“, der Personalratsvorsitzende Hartwig Klein als „Bruchpilot“ in der Bütt sowie ein Männerballett, das sich von Anne Rosteck und Christine Klein vom Ratsbüro in den weiblichen Tanzschritten hatte coachen lassen, standen parat, die Bühne der „MS Sankt Augustin“ zu erobern.