Sturm der Jecke

Sankt Augustins Bürgermeister als Elbenkönig

Der Sankt Augustiner Elbenkönig Klaus Schumacher gab das Haus der Nachbarschaft für die Jecken frei

Der Sankt Augustiner Elbenkönig Klaus Schumacher gab das Haus der Nachbarschaft für die Jecken frei.

Sankt Augustin. Um das Haus der Nachbarschaft vor dem Sturm der Jecke zu schützen, schlüpfte Bürgermeister Klaus Schumacher kurzerhand in die Rolle der Elben aus Tolkiens Saga "Herr der Ringe".

Nahezu unsterblich, von überragender Größe, würdevolle Ausstrahlung und tiefe Weisheit und Weitsicht: Mit dem Geschlecht der Elben aus J.R.R. Tolkiens Saga "Der Herr der Ringe" hatte sich Bürgermeister Klaus Schumacher mit närrischem Augenzwinkern genau den passenden Charakter ausgewählt, um das Haus der Nachbarschaft vor der Erstürmung durch die Ehrengarde, das Augustiner Prinzen- und Kinderprinzenpaar sowie befreundete Gardisten aus der Nachbarschaft zu beschützen.

Langohrig, in grüner Robe und mit Pfeil im gespannten Bogen in der Hand trat Schumacher am Sonntag vor die Jecken - um sogleich nach alter Tradition liebevoll von Ehrengardenpräsident Dirk Huchler als "Waldschrat" begrüßt zu werden: "Auch deine Ohren sehen aus, als hättest du gehangen - zu lange nach 'nem feuchten Bad an Mutters Wäschestangen." Der ebenfalls reimende Elbenkönig nahm es dem "Knubbelgnom" zwar krumm, hatte für seine Ablehnung aber auch andere Gründe: "Die Welt vergeht in Chaos bald - mein Herz dabei nicht leicht. Denn viele Menschen seh'n nur sich - mir's alle Male reicht. Der Egoismus, Fremdenhass - kein Mitgefühl ich seh. Und das auch in Sankt Augustin - und das tut richtig weh." So forderte Bogenschreck Schumacher: "Nur solche Menschen kommen rein, die and'ren Hoffnung geben. Denn Sorgen und Stress das ganze Jahr bestimmen meist unser Leben."

Treffsicherer hätte das Stichwort für die Ehrengarde kaum sein können: Schließlich sei der Karneval in der Stadt für Offenheit, Toleranz und Spaß an der Freude bekannt. Allein die Pflicht, als Rittmeister die Narrenkappe zu tragen, habe Schumacher zuletzt doch arg schleifen lassen, monierten die Jecken, die hierfür den Ehrensold in Form von Bierfässchen einforderten. Ein Deal, den Schumacher gern einging und die Tore zum "Haus des Karnevals" in Hangelar für alle Jecken freigab.