Rosenmontagszug in Hennef

Stolze Pfauen und wackere Ritter

HENNEF. Für viele Hennefer Narren ist es der Höhepunkt des Jahres: Der Hennefer Rosenmontagszug, der gestern trotz des bewölkten Himmels wieder Zehntausende Karnevalsbegeisterte an die Frankfurter Straße lockte.

Immerhin blieb es trocken. Zwar sorgte der Warther Bahnübergang wie jedes Jahr für reichlich Verzögerungen, da die Züge der Deutschen Bahn natürlich Vorrang gegenüber dem jecken Lindwurm haben. Dafür wurden die Narren mit großartig kostümierten Fußgruppen und fantastisch gestalteten Wagen entschädigt, die wie immer ein echter Hingucker waren.

1099 Teilnehmer, davon 889 Erwachsene und 210 Kinder unter 14 Jahren sowie insgesamt 18 Motto- und elf Bagagewagen, zogen durch die Siegstadt und wurden frenetisch von den Jecken gefeiert. Staatse Kerle, allein ob ihrer Uniformen, waren wie jedes Jahr sowohl die Geistinger Garde als auch die Hennefer Stadtsoldaten. Unter dem Motto „Me fieere 33 Johr“ bildeten die Stadtsoldaten die Spitze des Zuges, der sich durch Hennef schlängelte und legten sogar kurz vor Zugbeginn für das Hennefer Prinzenpaar noch eine kesse Sohle auf den Asphalt.

„Mer bruche keine der uns sät, wie mer Fastelovend fiere deit“ lautete der diesjährige Wahlspruch der „Pappnasen“, die als Clowns wieder einmal für die bunten Farbtupfer im Zug sorgten. Dieses Motto galt für den gesamten Zug, denn die Hennefer zeigten mal wieder, dass sie wirklich niemanden brauchen, der ihnen sagt, wie man Karneval feiert. Die Stimmung entlang des Zuges war wie jedes Jahr großartig. Die KG „Quer durch de Waat“ reihte sich als „Käpt´n Blaubär“ in den Zug ein, die Sövener Baujecken begaben sich auf Safari und die Sportfreunde Hennef bereicherten als Engel den Zug. Wie immer lichtete auch die Fidele Flotte ihre Anker und stach mit ihrem Mottowagen ab dem Warther Kreisel in die närrische See, nachdem sie ihr 66-jähriges Bestehen mit der feierlichen Taufe ihrer MS „Jecke Jolle“ begingen.

Für die schönsten Kostüme sorgten wie jedes Jahr die Geistinger Schmetterlinge, die als „Raupe klein, Schmetterling fein“ durch den Zug flatterten. Und auch die Tanzgruppe „Kirchenmäuse“ hatten sich mit ihren Pfauenkostümen für den Hennefer Rosenmontagszug etwas ganz Besonderes einfallen lassen.

Natürlich reihten sich auch das Sövener Kinderprinzenpaar Tino I. und Julia III. samt Gefolge und das Bröler Prinzenpaar Harald II. Und Christine I.. in den jecken Lindwurm ein und wurden von den Narren entlang des Weges frenetisch gefeiert. Mit einer prachtvollen Ritterburg, die am Sonntag noch der Neuen Rauschendorfer KG als Mottowagen diente, zog die Große Geistinger KG, die mit Christoph I. und Anja I. (Morell) das diesjährige Prinzenpaar stellen, durch die Hennefer Straßen. Die beiden Tollitäten genossen, begleitet von der KG, die sich in schmucke Musketier-Kostüme geworfen hatte, hoch auf ihrem Prunkwagen den Höhepunkt des Hennefer Straßenkarnevals. Sie versprühten wahrlich gute Laune und ließen es säckeweise Kamelle auf die Narren am Wegesrand regnen.