Pläne für neues Baugebiet Römerstraße Odendorf erregt die Gemüter

SWISTTAL-ODENDORF.

Ein mögliches neues Baugebiet „Römerstraße“ (Od 19) erregt derzeit die Gemüter der Odendorfer Bürger. Ein Investor hat Planungsvarianten vorgelegtt, auf rund 2,5 Hektar beidseitig der Römerstraße angrenzend an Gotenring und Gotenstraße 36 bis 40 Einfamilienhäuser und vier Mehrfamilienhäuser zu errichten.

Die Historie geht zurück auf das Jahr 2015. In der damaligen Sitzung des Planungs- und Verkehrsausschusses (PV) am 20. August wurde ein erster Antrag eines Grundstückseigentümers auf Erlass einer Erweiterungssatzung nach §34 Abs 4 Nr 3 Baugesetzbuch behandelt (die Gemeinde kann einzelne Außenbereichsflächen in die im Zusammenhang bebauten Ortsteile einbeziehen, wenn die einbezogenen Flächen durch die bauliche Nutzung des angrenzenden Bereichs entsprechend geprägt sind). Der Ausschuss nahm den Antrag nach einer Ortsbesichtigung im Oktober 2015 „zustimmend zur Kenntnis“. Dann kam der §13 b Baugesetzbuch, der es den Kommunen ermöglicht, in einem vereinfachten Verfahren bis zum 31. Dezember 2019 Bebauungspläne auch ohne Beteiligung der Öffentlichkeit und ohne Umweltbericht aufzustellen. In der Sitzung des Planungsausschusses am 11. Oktober hatte die Verwaltung dann vorgeschlagen, dennoch die Prüfung und Beauftragung weiterer notwendiger Gutachten zum Artenschutz sowie zum Lärm- und Bodenschutz vornehmen zu lassen. Die Fraktionen im Ausschuss waren sich unisono einig, dass alle vorgelegten Planungsvarianten der Diskussion bedürfen. „Wir müssen vor allem die Verkehrswege intensiv prüfen. Es kann nicht sein, dass durch das neue Wohngebiet die Oststraße belastet wird“, stimmten Brigitte Haselwanter (CDU) und Harmut Benthin (SPD) überein. Monika Wolf-Umhauer (FDP) forderte die Anbindung des Gebietes unbedingt über zwei Straßen. Sie unterstrich den Vorschlag von Dirk Braun, Fachgebietsleiter Gemeindeentwicklung, auf jeden Fall ein Verkehrsgutachten einzuholen. Auch wies Braun darauf hin, dass der Rat die Zahl der Wohneinheiten festlegen könne, diese Festlegung könne nicht umgangen werden. Ein Beschluss zur Aufstellung des Bebauungsplans wurde nicht gefasst. Die Angelegenheit wurde zur Beratung zurück in die Fraktionen verwiesen. Die Ausschuss-Vorsitzende Gertrud Klein appellierte an die Bürger, ihren jeweiligen Ratsmitgliedern ihre konkreten Anliegen mitzuteilen, damit alles im Vorfeld weiterer Beratungen gebündelt werden können.

In Odendorf hat sich inzwischen eine Bürgerinitiative (BiO) zusammengefunden, die sich gegen die Planungen wendet. Sie wirft der Politik „Überrumpelungstaktik“ vor, mit der die Bürger vor vollendete Tatsachen gestellt werden sollten. Die BiO sieht die verkehrliche Anbindung als einen der wichtigsten Faktoren. Befürchtet wird, dass bei etwa 250 Neubürgern und rund 120 pendelnden Fahrzeugen mit verstärkter Parkplatznot zu rechnen sei. „Die Verkehrsbelastung ist schon jetzt sehr hoch“, sagte einer der BiO-Sprecher, Ewald Karst, dem GA. „Wenn jetzt noch 70 Familien hinzukommen, wird die Situation noch prekärer.“ Sie machen auch geltend, dass das mögliche neue Viertel nach derzeitiger Sachlage nicht an die Bundesstraße 266 angebunden werden könnte, zumal dafür auch noch die Bahnlinie Bonn-Euskirchen überquert werden müsste. Die Oststraße sei zudem keine ausgebaute Straße, sondern ein Feldweg. Eine Anbindung über den Ortskern Odinstraße sei auch undenkbar, für Schwerlastverkehr völlig unmöglich, zumal die Orbachbrücke für Lastverkehr über sechs Tonnen gesperrt seien. Bliebe nur die Zufahrt von der Flamersheimer Straße, die dann an der Grundschule vorbeiführen würde. Das wiederum würde eine erhöhte Gefahr für die Kinder bedeuten. Über die Verkehrsproblematik hinaus hält die BiO die Infrastruktur nicht für ausreichend, vor allem in Hinblick auf den zusätzlichen Bedarf an Kindergarten- und Grundschulplätzen.

In einer Vielzahl persönlicher Ansprachen sei die Befürchtung geäußert worden, dass bereits Tendenzen im politischen Umfeld bestehen könnten, teilt die CDU mit. „Das ist ausdrücklich nicht der Fall“, so der CDU Gemeindeverbandsvorsitzende Manfred Lütz. „Wir verfügen in dieser Frage über keinen anderen Informationshintergrund als die Öffentlichkeit und auch eine Beratung zur Thematik ist bisher nicht erfolgt.“ Durch die jetzt eingetretene Entwicklung und vor allem durch die nachhaltige Verunsicherung bei den Bürgerinnen und Bürgern habe sich der Vorstand der CDU Swisttal dazu entschlossen, das Projekt Römerstraße als 13 b- Bauvorhaben nicht zu unterstützen.