Karnevalszug in Buschhoven

Schöne Jroß vom Oberköbes

SWISTTAL-BUSCHHOVEN. In Swisttal-Buschhoven huldigen die Zugteilnehmer Ennio Morricone, ihrem Lieblingsgastwirt, dem Alten Rom und den architektonischen Vorzügen der Erderwärmung.

Filmkomponist Ennio Morricone hätte seine Freude daran: Schicksalsschwer und vor allem schön laut schmettert die Mundharmonika aus „Spiel mir das Lied vom Tod“ um die Mittagszeit durch die Buschhovener Straßen und Gassen. Und wer hat da aufgedreht? The Hateful Eight? Von wegen. Die KG Kuckstdunur ist hier mit 15 Jungs am Start. Und mit einem Versprechen, das auf ihren rollenden Saloon namens Lucky Luke genagelt ist: „Legenden haben keine Schatten.“

Legendär waren auch die Karnevalspartys in der Schützenhalle, aber von dieser Tradition müssen die Junggesellen nunmehr Abschied nehmen. Ein bisschen Wehmut darf es da schon sein. Doch „M'r maache och en Zokunf dä Köbes für Üch“. Ein Vorbild dafür gibt es längst: Rolf Fuß, den Wirt vom „Römerkanal“ – für die 35 Mann (und nicht nur für sie) der Oberköbes schlechthin, weshalb sie sein überlebensgroßes Bild auch gern einen Nachmittag lang spazieren fahren.

Neu am Start ist diesmal die KG Buschhoven 2015 im eigenen Diner. Dessen Einrichtung glänzt im schmucken, schwarz-weißen Retro-Stil mit rotem Emblem. Dazu noch ein bisschen Rockabilly? So kann das aussehen. Meinen offenbar auch ein paar Jecken am Straßenrand, die anerkennende Blicke tauschen

Den hat auch der vom TC Kottenforst mit viel Liebe zum Detail gefertigte Modellbau eines Tennisplatzes mitten im Colosseum verdient. Also dann: „Lasst die Spiele beginnen. Die Herrschaften – in weißer Toga und mit Reben behängt – folgen dem unverwüstlich-römischen Motto „Veni, vidi, vici“.

Während es die Astronauten aus dem Montessori-Kinderhaus in unendliche Weiten zieht und andere das Thema „Global Warming“ auf Erden mit einer gesunden Portion Humor angehen: „Die ersten Leuchttürme in der Kölner Bucht gesichtet“ berichtet der Freundeskreis, der mit zwei Geburtstagskindern in seinen Reihen an diesem Tag auf jeden Fall was zu Feiern hat. Und wer sitzt da auf der Schaukel? Zwei Mutige vom Stammtisch Ling Ham. „Endlich wieder volltanken“ heißt das feuchtfröhliche Motto. Na, lieber nicht übertreiben da oben. Und halten die Schaukeln den ganzen Zoch durch? „Na klar“ lautet die vollmundige Antwort: jedenfalls unten, auf sicherem Boden.