Tollitäten auf Kneipentour

Swisttaler Regenten ziehen durch die Gemeinde

SWISTTAL. Auf einer Tour durch diverse Gaststätten stimmen sich die Tollitäten auf das Biwak in Morenhoven ein. Dort stürmten die Nachwuchsjecken die Bühne.

Im Ursprung war auch im Karneval ein Biwak ein Lager im Freien. Das hat sich allerdings auch bei der KG Morenhoven geändert. Nun fand es erstmals im großen Saal des Bürgerhauses statt. Rund 20 Kinder- und Erwachsenen-Prinzenpaare, Dreigestirne und Solo-Prinzessinnen aus Alfter, Grafschaft, Meckenheim, Rheinbach und Swisttal winkten ihren Untertanen zu.

Die Swistbajaasch, vom Morenhovener Prinzen Norbert Sauren auch liebevoll „Rums- und Bums-Kapell“ genannt, gab die musikalische Vorhut und damit Tollitäten und Besuchern auch die Gelegenheit, die bekannten Hits des Karnevals mitzusingen.

Mittendrin auf der Bühne genoss das Morenhovener Dreigestirn Prinz Norbert (Sauren), Bauer Bernie (Kuchem) und Jungfrau Rieke (Erik Schäfer) die Gesellschaft der gekrönten Häupter und der vielen Jecken im Saal. Für Prinz Norbert war dies ein besonderes Zeichen der regionalen Verbundenheit im Karneval.

Dank an die "wirklichen Helden"

Vor allem aber machte er die „wirklichen Helden im Karneval“ aus: „Die, die mit aufgebaut haben, und die wieder mit abbauen werden.“ Er freute sich über die vielen Kinder, die sich im Saal tummelten und auf der Bühne ihr Können zeigten. Nicht nur für ihn ein Beweis, dass man sich keine Sorgen um den karnevalistischen Nachwuchs machen muss. Das unterstrichen auch die Kinder-Tollitäten, die das Mikro nahmen, um die Jecken zu begrüßen.

Stolz war auch Michael Lenzen, Ehrenpräsident der rund 80 Aktive zählenden KG Morenhoven: „Das Biwak zeigt den Zusammenhalt der Vereine in Swisttal und in der Region. Das ist uns einfach wichtig.“

Schon zwei Tage nach Einladung hätten viele Vereine zugesagt, nicht nur mit ihren Tollitäten zu kommen, sondern mit ihren kleinen oder großen Tanz-Garden auch einen Beitrag zum Bühnenprogramm zu leisten. Dabei waren natürlich auch die 40 Tänzerinnen in den Tanzgruppen des Morenhovener Damenkomitees Rotkehlchen.

Prächtig eingestimmt hatten sich die Swisttaler Tollitäten auf das jecke Biwak bereits am Abend zuvor. Denn auf ihrer ersten Kneipentour durch einschlägig bekannte Gaststätten zwischen Buschhoven und Odendorf hinterließen Dreigestirne und Prinzenpaare samt ihrer Entourage eine (vorerst) bleibende Spur karnevalistischer Verzückung.

Ziel der Initiatoren wurde hundertprozentig erreicht

Auf die Idee zur Exkursion waren Dirk Lüssem von den Ludendorfer Jonge und Michael Schäfer von der KG Buschhoven gekommen: „Wir wollten zurück zu den Wurzeln des Kneipenkarnevals“, erklärt Lüssem. Und so viel sei verraten: Das Ziel wurde hundertprozentig erreicht. Denn das, was sich da auch unter tatkräftiger Begleitung von Stimmungsmusikern in den Gaststätten abspielte, war höchst ansteckender Frohsinn.

So war beispielsweise die Gaststätte „Beim Büb“ in Odendorf gegen 21 Uhr eine schwofende Jeckenansammlung aus Tollitäten, Gefolgen und Kneipengästen: Alle sangen und schunkelten mit zu Karnevalsohrwürmern, die der Kölner Kaschemme-Sänger Günter Missenich auf dem Akkordeon anstimmte.

Im proppevollen Dünstekovener Dorfsaal warteten gegen 23.30 Uhr Dutzende bestens aufgelegte Jecken um Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner auf den Tollitätenbus. Dort hatte das Damendreigestirn Prinzessin Yvonne I. (Pax), Jungfrau Marita I. (Bauer) und Bauer Annette I. (Kirschbaum) ein Heimspiel.

Und was sich dann rund anderthalb Stunden abspielte, bezeichnet Joachim Heinen von der KG Buschhoven als „einfach nur grandios“: Zum Schluss spielten die Musiker der Unkeler Gulaschkapell sogar auf den Tischen.

Für Heinen unterm Strich ein unvergesslicher Abend, der nach einer Neuauflage ruft. Doch Dirk Lüssem rät erst einmal dazu, ein oder zwei Jahre abzuwarten: „Denn ein solcher Abend ist nur schwer zu toppen.“