Karneval in Hersel

Domhötcher und bunte Kleider bei Kostümbörse

Sybille Vendel (l.) probiert auf der Karnevalsbörse in Hersel das Kostüm einer Eisverkäuferin an. Elisabeth Lehnert steht ihr beratend zur Seite.

Sybille Vendel (l.) probiert auf der Karnevalsbörse in Hersel das Kostüm einer Eisverkäuferin an. Elisabeth Lehnert steht ihr beratend zur Seite.

Bornheim-Hersel. Die Karnevalsbörse in Hersel hat den Jecken jeden Kostümwunsch erfüllt. Outfits in allen Größen, Formen und Farben waren zu haben.

Kostüme in sämtlichen Farben, Formen und Größen: die Jecken aus der Region hatten am Dreikönigstag bei der Karnevalsbörse in der Herseler Rheinhalle die Qual der Wahl. Zwischen 700 und 800 Besucher deckten sich noch kurz vor dem Start in den Sitzungskarneval mit Ganzkörperkostümen, Uniformjacken, Hütchen und Haarringen ein. Um die 46 Aussteller - von diesen waren 90 Prozent Privatleute und zehn Prozent Vereine - boten an dicht nebeneinander aufgebauten Ständen 2000 bunte und vielfältige Kostüme und unterschiedliches Zubehör an.

Zum 15. Mal hatte der Tambour-Corps Germania Hersel am ersten Sonntag im Jahr die Traditionsveranstaltung auf die Beine gestellt. „Schon im Dezember war die Halle komplett ausgebucht. Für Aussteller wie Kunden gehört die Börse inzwischen zum festen Jahresprogramm. Jetzt schon habe ich Zusagen für den 5. Januar 2020“, freute sich Mitorganisatorin und Erste Vorsitzende Margit Günther.

Klein fing die Karnevalsbörse 2003 an - in den vergangenen Jahren wurde die Börse sowohl für Kunden als auch “Verkäufer“ ein attraktiver Anziehungspunkt. So wie zum Beispiel für Monika Michel, deren selbst geschneiderte rot-weiß-schwarze Kleider und die schwarzen Jacken mit den rot-weiß-gepunkteten Krägen den Besuchern sofort ins Auge fielen. Die Schneidermeisterin hat sich ganz auf karnevalistische Clownskostüme spezialisiert, „da ich selbst auch ein wenig jeck bin“, so die gebürtige Wormserin, die seit elf Jahren ihre Produkte auf der Herseler Börse verkauft.

“In diesem Jahr sind schwarz-weiße Kleider und schwarze Jacken mit rot-weißem Kragen sehr gefragt“, hat die Wahl-Sechtemerin festgestellt. Am Stand nebenan kaufte Iwona Müller gleich mehrere Kostüme „auf Vorrat“, wie die Herselerin schmunzelnd betont. Zu ihrer Ausbeute gehören unter anderem farbenfrohe Hüte. “Ich werde dieses Jahr als Hippie gehen. Das habe ich mir als Kind der 68er-Generation immer schon gewünscht“. Stolz auf seinen Kauf war auch Thorsten Pulskamp. Er erstand ein silberfarbenes Glitzerhemd, passend für seine geplante Verkleidung als Björn oder Benni von der schwedischen Erfolgsband ABBA. Mit seiner Frau Stephanie Kopmaier möchte der Bornheimer bei einer närrischen Veranstaltung in der Köln Arena im Partnerlook auftreten, aber „leider hat meine Frau noch nichts Passendes gefunden“, so der bekennende ABBA-Fan.

Das Gespräch mit den Kunden genoss Dorte Sass, die gemeinsam mit vier Schwestern Outfits unterschiedlicher Größen zu Schnäppchenpreisen anbot. Blickfang war im Hintergrund das Löwenkostüm ihrer Tochrter Céline, das „diese vor 18 Jahren getragen hat“, erzählte Sass, die an ihrem Stand einen regelrechten Run auf Clownskostüme festgestellt hat. Ein Harlekinkostüm hätte auch Maria Fernández gefallen, aber „leider sieht es bei mir nicht aus. Ich bin dafür zu klein“, stellte die Brühlerin nach dem Anprobieren fest. Fündig wurde Fernández beim Kostüm für die einjährige Enkelin Emely: sie wird beim Straßenkarneval als Eisbärin zu sehen sein.

Zufrieden mit der Resonanz der Besucher zeigte sich die Kölnerin Petra Esser. Zwischen acht und 15 Euro kosteten bei ihr die „Domhötcher“ - mit Federn und Accessoires geschmückte Haarreifen. „Wenn es geht, werden die Haarreifen noch mit dem Kölner Dom verziert. Daher auch die Bezeichnung“, erklärt die Hobbykünstlerin. Bei ihr und ihren Freundinnen wurden besonders die „Rut-Wießen“ und die „4711-Domhötcher“ besonders gut verkauft. Wer eine Verkleidung als Cowgirl oder Cowboy suchte, war bei der Walberberger KG Spassvogel an der richtigen Adresse. „Die Nachfrage war allerdings ein wenig schleppender als im vergangenen Jahr“, bilanzierte Helga Nettesheim. Dem konnte Elisabeth Ehser-Mockel aus Nörvenich nicht zustimmen. Sie verkaufte ausschließlich selbstgeschneiderte Kappen - jede ein Unikat. „Besonders gut kamen dabei Tiermotive wie Zebra, Pferd und Flamingo an“.