Kölschgläser, Sonnen und Weinkönige

Ein Regenbogen erstrahlt beim Zug über Alfter

Alfter. Kölschgläser, Sonnen und Weinkönige mischen beim Veilchendienstagszoch in Alfter mit. Insgesamt sind 19 Fußgruppen und zehn Prunkwagen dabei.

Schon viele Stunden vor Beginn des Karnevalzuges in Alfter am Veilchendienstag traf sich die private Gruppe „Ranzengarde“ bei Mathias Swerbinka, um die letzten Vorbereitungen für ihre Premiere beim Zoch zu treffen. „Mal gucken, was uns erwartet“, sagte Swerbinka, während sich die Gruppe mit ihrem Wagen im Rockabilly-Stil auf der Straße Stühleshof zwischen den insgesamt 19 Fußgruppen und zehn Prunkwagen aufstellte.

Neben reichlich Kamelle hatten die Jecken eine Konfettikanone an den Wagen gebaut, die natürlich auch zum Einsatz kam. Aber schon während der Aufstellung wehte der Wind jede Menge buntes Konfetti und Flitter durch die Luft, das später den Asphalt säumte.

Während Kurze und Bier für Erwachsene typische Geschenke beim Karnevalszug sind, gab es beim „Proseccoclub“ Alfter Wein aus Oberdollendorf. „Früher wurde auch Wein in Alfter angebaut, und mit unseren Kostümen und unserem Wagen wollen wir an diese Zeit erinnern“, erklärte einer der Weinkönige, Carsten Falkenbach, der künstliches Weinlaub in den Haaren trug wie einen Lorbeerkranz und eine Toga, die an Julius Caesar erinnerte. Die 24 Clubmitglieder waren während einer Junggesellenabschiedsparty in Cochem an der Mosel auf die Idee für das Karnevalsmotto gekommen.

Als ob die Gruppe „Dorothee und die Immis“ gewusst hätte, dass es am Veilchendienstag zwar frisch und windig werden und die Sonne kräftig scheinen würde – Motto und Kostüme passten wie die Faust aufs Auge. Die zwölf Teilnehmer zogen als leuchtend gelbe Sonnen bestens gelaunt mit langen Kleidern durch die Straßen. „Wir freuen uns auf die gute Stimmung und dass die Zuschauer viel Spaß haben“, sagte Elisabeth Krüger.

Ebenfalls in Gelb war die zwölfköpfige Fußgruppe „De Kning op dä Bitz“ unterwegs – verkleidet als Kölschgläser. Damit die Trinkgefäße beim Verteilen nicht leer blieben, wurden sie im Vorfeld befüllt. Insgesamt hatte die Truppe 90 Liter auf einem kleinen Wagen dabei, der von einem Traktor gezogen wurde. Das Gefährt hatten sie liebevoll die „Kleine Braustube“ getauft. Um den Hals trugen die Jecken „Durstlöscher-Orden“, die ihnen natürlich verliehen wurden.