Immer dabei: Disco-Kugel und Bier-Meter

"Morenhovener Dreigestirn op jöck", steht auf der Front der Staatskarosse des Morenhovener Dreigestirns Prinz Franz I. (von Jordans), Bauer Otto I. (Clemens) und Jungfrau Rudolfina I. (Rudolf Kreuder). Aufgemalte bunte Luftschlangen und Bonbons zieren das gesamte Fahrzeug.

Swisttal-Morenhoven. "Morenhovener Dreigestirn op jöck", steht auf der Front der Staatskarosse des Morenhovener Dreigestirns Prinz Franz I. (von Jordans), Bauer Otto I. (Clemens) und Jungfrau Rudolfina I. (Rudolf Kreuder). Aufgemalte bunte Luftschlangen und Bonbons zieren das gesamte Fahrzeug.

Eine Tollitätenkutsche eben. Und doch völlig anders als die ihrer närrischen Amtskollegen. Glänzender Chrom und Lack außen, feinste Leder- oder Veloursbezüge im Innen des meist neuesten Herstellermodells, ist hier komplett Fehlanzeige. Stattdessen stumpfer Lack und Chrom mit Rostspuren.

Das Modell: VW T2 von 1988, Farbe Nato-Oliv - oder so ähnlich. Mit dem Fahrzeug, das Oldtimer-Liebhaber Wilfried Krings aus Rheinbach zur Verfügung gestellt hat, setzt das Dreigestirn ganz besondere Akzente. Bei diesem T2 handelt es sich nämlich um einen "Umbau" nach persönlichen Wünschen und Zweckmäßigkeit unter der Oberaufsicht des "leitenden Ingenieurs" und Freund des Dreigestirns, Christian Klein.

Adjutant und Fahrer Norbert Sauren erklärt die individuellen Details: Megafon und Gelblicht auf dem Dach. "Die waren schon mehrmals im Einsatz, da brauchen wir nicht mehr klingeln, wenn es Zeit ist zum Aufbruch." Für den Innenraum war eine Disco-Kugel gewünscht, die umgehend entsprechend eingebaut wurde.

Dazu so praktische Dinge für unterwegs wie Bierleiste und Schnapsspender, natürlich auch Halterungen für Wasser und Cola. Auf der Ladefläche finden ein Kühlschrank, ein Koffer mit Karnevalsorden und Körbe für Wurfmaterial ebenso Platz wie der sperrige "Wrengel" von Bauer Otto I. "Leider abgefallen ist unsere FC-Fahne nach dem heroischen Sieg des 1. FC Köln", bedauert Sauren.

Und zeigt die Sitze im "Used Style": Feinster grauer Kunststoff mit deutlichen Gebrauchsspuren. Auch da bewiesen Dreigestirn und Gefolge ihre praktische Seite: "Decken drüber, die kann man auch mal waschen." Auch um Schmutz auf Teppichböden im Innenraum braucht sich niemand zu sorgen: Es gibt nämlich keinen, man stellt die Füße ganz einfach auf dem Metallboden ab. Und der kann leicht gewischt werden.

Selbst für einsame Alleinfahrten des Fahrers hat das Bauteam vorgesorgt: Als Beifahrerin sitzt neben ihm - vorschriftsmäßig angeschnallt - ein sexy Cowgirl aus Pappe. Zuverlässig ist die Morenhovener Staatskarosse auch, wie sie schon bewiesen hat: "Der Rekord war die Fahrt nach Neuwied mit 120 Kilometern.

Bis nach Düsseldorf zum Landtag muss sie uns auch noch bringen", sagt Norbert Sauren. Alles in allem kein Wunder, dass das Dreigestirn von seinem T2 in den höchsten Tönen schwärmt. "Der ist einfach fantastisch. Wir waren bei der Bundeswehr und haben da solche Busse gefahren. Das sind Jugenderinnerungen", sagt Bauer Otto. Auch Prinz Franz schwärmt von der "Nostalgie" des T2, der nur über vier Gänge verfügt.

"Der hat natürlich auch einen gewissen Sound, der röhrt ganz gut", sagt er. Am liebsten würde er den Bus behalten "aber ich glaube, den kriege ich nicht". Doch bis zum Ende des Session haben Prinz, Bauer und Jungfrau noch etliche Male Gelegenheit, nebeneinander auf der ersten Sitzbank zu sitzen und zur Einstimmung auf der Fahrt zu den nächsten Terminen mindestens jeweils einmal "Let's dance" von den "Bläck Fööss" zu hören und laut mitzusingen: "Kumm loss de Hacke fleeje un dun dich jet bewäje!"