Rathaussturm in Meckenheim

Jedem Ratsherrn sein eigenes Förmchen

Nichts als Baustellen: Der Kommandant der Meckenheimer Prinzengarde Friedel Groß blickte in die Zukunft.

MECKENHEIM. Auf den Tag genau vier Wochen nachdem Bürgermeister Bert Spilles von seinen Wählern im Amt bestätigt wurde, musste er den Chefsessel im Rathaus schon wieder räumen. Kinderprinzessin Hanna I. (Grün) und ihre Hofdame Joy (Diwo) haben, unterstützt von den Meckenheimer Karnevals-Vereinen, die Macht übernommen.

Um sich gegen den Rathaussturm zur Wehr zu setzen, waren zahlreiche Ratsleute aller Fraktionen an der Seite des Bürgermeisters zur Verteidigung auf dem Reginahof angetreten. Sie ließen sich zunächst vom lauten Kanonenfeuer der Stadtsoldaten-Haubitze nicht einschüchtern, mussten sich allerdings bald der Übermacht und Tücke der Karnevalisten geschlagen geben.

Bei strahlendem Sonnenschein verfolgten viele Meckenheimer das karnevalistische Schauspiel. Als Bauarbeiter mit Schaufel und Schubkarren waren Stadtsoldaten-Kommandant Peter Klee, Prinzengarde-Kommandant Friedel Groß, Stadt-Garde-Vorsitzende Angela Richter und die Präsidentin der KG Merl Maria Bertram angerückt. Ihr Anliegen: die bevorstehenden Arbeiten auf dem "Bauspielplatz Meckenheim" zu beschleunigen.

Mit dem Umbau der Hauptstraße wolle Spilles im nächsten Jahr den Karnevalisten den Weg zum Rathaus erschweren, mutmaßte Groß. "Jedem Ratsherrn sein Förmchen", lästerte Klee und erklärte, dass er mit dem Rathaus-Neubau nicht einverstanden sei. Er wünsche sich eine Tiefgarage für die zukünftigen Karnevalsveranstaltungen in der Jungholzhalle. Möglichst wenige Parkplätze seien das Ziel, konterte Spilles: "Der Ordnungsaußendienst braucht Geld."