Kirmes

Karnevalisten in Wachtberg konzentrieren sich aufs Brauchtum

Senatspräsident Hans-Jörg Metze präsentiert das Plakat für den ersten Dezember.

Senatspräsident Hans-Jörg Metze präsentiert das Plakat für den ersten Dezember.

Wachtberg. Stürmische Zeiten für die Karnevalsgesellschaft Rot-Gold Niederbachem: Der Traditionsverein hat starke Nachwuchsprobleme. Eine über Jahre von der KG ausgerichtete Veranstaltung mussten die Karnevalisten deshalb abgeben.

Stattdessen will sich der Verein nun auf seine Kernkompetenz konzentrieren: die Brauchtumspflege. Um die Kulturlandschaft im Ort zu beleben, präsentiert die KG ein reichhaltiges Programm für den Rest des Jahres.

Mitten im Ortskern von Niederbachem liegt der Henseler Hof, das Epizentrum des hiesigen Karnevals. Hier schaltet und waltet die KG Rot-Gold Niederbachem, kümmert sich um die Vermietung des Gemeindesaals und organisiert zusammen mit dem Pächter des dort ansässigen Lokals ihre Veranstaltungen. In Leos Bistro hat es sich Senatspräsident Hans-Jörg Metze vor seinem prall gefüllten Terminkalender gemütlich gemacht. „In diesem Jahr ist noch viel geplant“, erzählt er. So wird am Samstag, 28. Oktober, beispielsweise das Musical „Dat Kölsche Hotel“ im Henseler Hof zu Gast sein.

Darüber hinaus veranstaltet die KG am Samstag, 18. November, ihre Prunksitzung mit Ordensfest, bei der unter anderem De Köbesse und die Jodesberger Junge sowie die Tanzgruppe High Energy auftreten werden. Dabei werden auch der Orden und das Motto der kommenden Session vorgestellt. „So viel sei vorab verraten: Es wird global, bleibt aber heimatverbunden“, so Metze. Heimatverbundenheit spielt auch bei dem knapp zwei Wochen nach der Sitzung stattfindenden Konzert eine Rolle.

Weihnachtliche Stimmung

„Am Freitag, 1. Dezember, wird der Trompeter Bruce Kapusta bei uns auftreten“, sagt der Senatspräsident. An diesem Abend präsentiert der Musiker seinem Publikum kölsche Weihnachtslieder, Gedichte und Geschichten. Am Folgetag findet im Henseler Hof ein Weihnachtsbasar statt. Karten für die Veranstaltungen der KG gibt es beim Vorstand und in ausgewählten Geschäften.

Einen Wermutstropfen gibt es aber im Kalender des Vereins – die seit zehn Jahren von der KG organisierte Kirmes im Ortskern ist in die Hände eines anderen Veranstalters gewandert. Die Gründe dafür sind vielschichtig, hauptsächlich fehlen dem Verein aber tatkräftige Mitglieder. „Früher wurde die Kirmes von der UNO, der Union Niederbachemer Vereine, organisiert“, so Metzen. „Wegen des Nachwuchsmangels fielen über die Jahre jedoch immer mehr Vereine bei der Ausrichtung der Kirmes aus Altersgründen aus.“

Fremdkräfte

Mittlerweile hätten diese Probleme auch die KG erreicht. Schwierigkeiten gebe es in der Tanzgarde sowie bei den Mitgliedern im Alter zwischen 30 und 50 Jahren, die bei Veranstaltungen anpacken könnten. Stattdessen mussten in den vergangenen Jahren Fremdkräfte herangezogen und bezahlt werden. „Das finanzielle Risiko ist gestiegen, und die Besucherzahlen sind rückläufig“, so Metzen. „Die Leute fahren zum Feiern immer öfter nach Bonn.“

Doch die Kirmes wird stattfinden. Die Organisation hat Leo Baukhage, der Pächter des Bistros im Henseler Hof, übernommen. Er stellt am kommenden Wochenende unter anderem einen Imbiss auf und veranstaltet eine Ü30-Party in seinem Lokal. „Unsere Kirmes fällt mit der in Villip zusammen“, sagt Baukhage. „Ich hoffe, es kommen trotzdem ein paar Schausteller zu uns.“