"Meer bedde und singe en kölsche Tön"

<b>Ein volles Haus</b> bescherte die Mundartmesse in Hersel den Gläubigen.

<b>Ein volles Haus</b> bescherte die Mundartmesse in Hersel den Gläubigen.

Viel Begeisterung bei der Mundartmesse in der Herseler Pfarrkirche Sankt Argidius

Bornheim. "Die deutsche Sprache in der Übersetzung ins rheinische verfremdet die Texte nicht, sondern legt sie in einer Weise offen, die die Herzen anrührt und zutiefst bewegt," schreibt Peter Sistig in seinem Vorwort im "Jebett- und Jesangsboch in kölscher Sproch". Dass dies Art des Gottesdienstes vielen Menschen ein Bedürfnis ist, zeigte die große Besucherschar, die sich am Sonntag Vormittag in der Pfarrkirche Sankt Aegidius in Hersel eingefunden hatte, um einer langjährigen Tradition zu folgen und mit Prinzessin Ulrike I. sowie vielen weiteren Tollitäten der Vorgebirgsorte und der Nachbarschaft die "Mess am Sunndach" zu feiern.

Ein großartiges Bild boten die Majestäten mit ihren Gefolgen beim Einzug in das Gotteshaus, stimmungsvoll begleitet von bekannten kölschen Karnevalsliedern, die von der Orgelempore hinunter schallen. Kreisdechant Anno Burghof hob in seiner Begrüßung - auf kölsch natürlich - hervor, wie wichtig es ist, in den anstrengenden Tagen und Wochen des normalen Lebens immer wieder einmal inne zu halten und zur Ruhe zu kommen.

"Kutt Chresteminsche, mer welle der Herrjott jetz lovve" sangen die Gläubigen dann nach dem bekannten Kirchenlied "Lobet den Herrn" oder "Herrjott, meer sin in de Bräng. Üverall is Nut op Äde" nach "Großer Gott wir loben dich" mit viel Inbrunst. Bei der Andacht störten die ungewohnten Wörter nicht, vielmehr stahl sich immer wieder ein Lächeln auf die Gesichter der Gläubigen. Auch der Predigt von Diakon Hubert Ganser, dem die kölsche Sprache leicht über die Lippen kam, hörte man trotz ernstem Thema aufmerksam zu.

Beim anschließenden Empfang im Pfarrheim lobte der Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft Hersel Uedorf, Wilhelm Witte ausdrücklich die Bemühungen von Pastor Burghof: "Ich freue mich besonders, dass ich noch erleben darf, dass Sie platt sprechen, leeven Herr Pastor. Da kann ich nur sagen : Jong, dat häs de jot gemaat!" freute er sich mit den Tollitäten, die sich in gemütlicher Runde bei einem kühlen Kölsch für die nächsten anstrengenden Auftritte rüsteten. Und darüber waren sich alle einig, die kommen ganz bestimmt.