Stadtsoldaten Meckenheim

Prinzengarde kam in die Jungholzhalle

Tollitäten und ihre schmucken Ornate in Meckenheim.

MECKENHEIM. Es knallte, es gab Tote, aber am Ende standen sie lachend wieder auf und holten sich ihren wohlverdienten Applaus ab: Geradezu martialisch ging es beim Närrischen Biwak der Meckenheimer Stadtsoldaten in der Jungholzhalle zu, als die "Proseccos" mit lila Perücke, lila Netzstulpen, lila Glitzerkrawatte samt schwarzer Mafioso-Weste und Hut - die Pistole immer im Anschlag - die Bühne eroberten.

Dabei seien die "Proseccos" vom Lüftelberger Karnevals Club sonst eher harmlos, versicherte Trainerin Sabine Kreuter. Entstanden ist die Tanzgruppe 2004. "Es waren die Mütter der Tanzkinder, die sich sagten, was die Kleinen machen, können wir auch", erzählte Kreuter. Elf Tänzerinnen zwischen 34 und 52 Jahren treffen sich seitdem einmal wöchentlich zum Proben. "Ganz wichtig - ein Gläschen Prosecco und viel Spaß gehören zwingend dazu." Ihr Auftritt beim närrischen Biwak war einer von zwölf, "und es werden jedes Jahr mehr", so Kreuter.

Ein imposantes Bild formierte sich dann, als die mehr als 60 Mitglieder der Prinzengarde Meckenheim die Bühne bevölkerten. Mit dabei Familie Wessel mit Vater Heinz und den Kindern Patricia (17), Pascal (20), Xenia (22) und Fynn (2) in kompletter Gardeuniform. Der Schultheiß des Stadtsoldaten-Corps, Peter Klee, gab die Tanzkommandos und stellte klar: "Untenrum dat Weiße is net Schnee und Glatteis, sondern die traditionelle Farbe der Prinzengarde", die 1933 gegründet wurde.

Für die meisten Jecken hat der Biwak-Sonntag schon Tradition, so wie bei der Familie von Karl Rübhausen. "Wir treffen uns jedes Jahr mit mehreren Ehepaaren, damit auch die örtlichen Vereine am Leben bleiben", sagte er.