Session 2010/2011

Sonja I. und Werner I. regieren Bornheimer Jecken

Bornheim. Jetzt ist es offiziell: Bornheim hat für die Karnevalssession 2010/2011 ein Prinzenpaar. Am Samstagabend wurde die Regentschaft von Sonja I. und Werner I. während des tollen Treibens in der Bornheimer Kaiserhalle bekanntgegeben.

Sonja (39) und Werner (42) Nettekoven hatten sich 1994 als Bornheimer Maikönigspaar kennen gelernt und sind seit 1998 verheiratet. Auch beruflich sind die beiden Selbstständigen mit ihrer ortsansässigen Immobilienfirma miteinander verbunden. Das Motto der Bornheimer Tollitäten lautet "11. im 11. un 1. April, Jeck sin es für uns e Kinderspill" und nimmt Bezug auf die Geburtstage der beiden. Sonja I. wird am 11.11. vierzig, Werner I. hat am 1. April Geburtstag.

Dazu kommt noch ein jeckes Jubiläum, denn die Schützenkapelle Bornheim, in der die angehende Prinzessin seit 20 Jahren Flügelhorn spielt, feiert im kommenden Jahr 44-jähriges Bestehen. Das sollte schon jeck genug sein, doch die beiden haben auch eine lange Karnevalstradition in ihren Familien.

Die Geschichte des Bornheimer Karnevals ist ohne die Familie Nettekoven kaum vorstellbar: 1969 waren die Eltern von Werner Nettekoven Prinzenpaar, 1984 folgten die Brüder Norbert, Peter und Rudi als Bornheimer Dreigestirn. Und Sonja Nettekovens Mutter war 1953 die erste Prinzessin im Bornheimer Karneval.

"Die Freude am Karneval wurde uns in die Wiege gelegt und ist genetisch bedingt", stellt Werner Nettekoven, dessen Nichte Alexandra im Gefolge des Prinzenpaares ist, lachend fest. Michael "Mike" Peters, Ortsausschuss-Vorsitzender von Bornheim, ist für die folgenden Monate Prinzenführer. Peter Langel, der im Hauptberuf Metallbaumeister ist, wird Chefadjutant des Prinzenpaares.

Seine Frau Beate Langel, Friseurin und Mutter von zwei Kindern, begleitet die beiden als Hofdame bei den Terminen. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie das ganze Jahr über dem 1. FC Köln die Daumen drücken. "Die Roben sind schon fertig", freut sich Sonja I. "Wir haben uns für bordeaux- und crèmefarbene Stoffe entschieden."

Die kurzen Hosen und die Strumpfhosen des Ornats findet Werner Nettekoven allerdings noch recht gewöhnungsbedürftig. Alles in allem sind Sonja I. und Werner I., die gerne Bowling spielen und Freunde um sich haben, gut vorbereitet auf die lange Session, die am 8. März endet. Auch die Prinzenrede ist schon in Arbeit.

Während Sonja Nettekoven vor ihrem großen Auftritt in der gut besuchten Kaiserhalle noch recht entspannt ist, merkt man dem Prinzen die Aufregung an: "Bisher war das alles wenig greifbar, doch jetzt wird es ernst", sagt er und holt noch einmal tief Luft, bevor es auf die Bühne geht.