Stramme Waden in feinen Strumpfhosen

Der Meckenheimer Karnevalszug verband Gefühlswelten und weckte in den Narren am Zugweg hemmungslose Begeisterung. Das "Traumschiff" mit zehn Meckemer Matrosinnen und "Emma" mit wilden 13 Senioren in Jim-Knopf-Kostümen aus dem Heim Sankt Josef fuhren über Meckenheims Straßen.

Meckenheim. Der Meckenheimer Karnevalszug verband Gefühlswelten und weckte in den Narren am Zugweg hemmungslose Begeisterung. Das "Traumschiff" mit zehn Meckemer Matrosinnen und "Emma" mit wilden 13 Senioren in Jim-Knopf-Kostümen aus dem Heim Sankt Josef fuhren über Meckenheims Straßen.

Stramme Waden der Fußballer des VfL Meckenheim steckten in Ballerina-Strumpfhosen. Für den Kampf gegen den "Schwanensee" in ihrem Fußballstadion stülpten sie sich sogar Krönchen auf den glatt rasierten Kopf. Die Cowgirls vom Verein für Fitness und Gesundheit fingen die Blicke mit Tänzen zu "Wild Wild West".

Fotos Bilddoku Bilder vom Zug in Meckenheim

Das Merler Dreigestirn in einer Kutsche mit zwei Schimmel-PS und das Kinderprinzenpaar heizten der Menge ein. Die dicke Berta, Lieblingskanone von Exprinz und Stadtsoldat Helmut Keßel, schoss den 13 Wagen, sechs Musikgruppen, und insgesamt 878 Narren im Zug lautstark Salut.

Der Meckenheimer Karneval zeigte Tradition und starke Gruppen. Die Stadtsoldaten und die Prinzengarde brachten jeweils rund 100 Mann mit Kapellen auf die Straße. Die Gruppe "Echte Meckemer" ist seit 20 Jahren dabei. Die "Fründe" waren mit 45 Narren vertreten. Sie sind seit neun Jahren dabei.

Mit Smileys auf dem Kopf und einem Schnäpschen in Ehren lächelten sie sich den Euro schön: "Wenn auch der Euro schwächelt, in Meckem wird gelächelt." Insa Esser lockte für den "Spaß an dr Freud" einen weit gereisten Zugteilnehmer nach Meckenheim. Der Mexikaner Francisco Hernandez Stengele sang einen Brings-Titel mit.

Der Zug stand zudem unter Dampf. Die Baumschulisten der Stadt um Christoph Dirksen ließen es "rauchen" auf ihrem Wagen: "Regen-Schnee-Heiter, bei uns geht's immer weiter". So international, temperamentvoll und märchenhaft der Zug auch war, am Ende waren alle Blicke auf den etwa acht Meter langen Prinzenwagen gerichtet.

Eine gesonderte Ankündigung war nicht nötig. Die Narren zogen alle Register des "Schnorrens", als der Wagen in die Hauptstraße einbog und forderten Kamelle. Schaufelten Prinz Peter III. (Klee) und seine Ingrid I. (Lanzerath) schon zu Beginn jede Menge aus ihren Vorräten auf die verkleideten Hippies und Bienchen herunter, legten sie am Schluss noch eine Schippe drauf.

Aus vier Händen entluden sich die Kamelle, Strüssjer und Leckereien im weiten Bogen aus dem Prinzenwagen. Zum Glück ohne das Prinzenkostüm zu beschädigen. Wegen ihrer "Kamellewerfsucht" hatte das Paar lieber Schürze und Jeans unters prinzliche Wams gezogen, um die Pracht zu schützen. Schließlich war mit ihrem Wagen nur der Karnevalszug, aber nicht ihre Regentschaft zu Ende.