Proklamation

Vom Gefolge zur Roisdorfer Prinzessin

In allerbester Feierlaune: Prinzessin Doris I. (3.v.r.).

In allerbester Feierlaune: Prinzessin Doris I. (3.v.r.).

Bornheim. Im 70-jährigen Bestehen der Kolpingsfamilie regiert Doris I. (Mahlberg) die Jecken mit Zepter, Krone und viel Spaß an d'r Freud. Ihr Sessionsmotto lautet: „Mir jehüre zesamme, ejal ob in Roisdorf oder der janzen Welt, mir fiere Fastelovend su wie et os jefällt“.

Kaum sind die Weihnachtsfeiertage, Silvester und Neujahr vorüber, erobern die Narren wieder die Säle und Festzelte der Region. So auch in Roisdorf. Dort startete die Kolpingsfamilie am Tag der Heiligen Drei Könige mit ihrer Prunksitzung in ihr 70. Jubiläumsjahr. Den Höhepunkt im Zelt auf dem Dorfplatz bildete die Proklamation der 44. Karnevalsprinzessin, Doris I. (Mahlberg), die angesichts der vielen männlichen Blaublüter, die am Samstag unterwegs waren, gewissermaßen für den weiblichen Ausgleich sorgte.

An der Spitze des Elferrates führte erneut Sitzungspräsident Hans Hamacher durch das Programm, für das seit Jahrzehnten Literat Werner Schmitz verantwortlich zeichnet – eine Tätigkeit, die mit einem offiziellen Dankeschön honoriert wurde. Nach einem stimmungsvollen Auftakt durch das Kindertanzcorps der Beueler Stadtsoldaten „Rot-Blau“ und das Duo „Botz und Bötzje“ aus Köln wurde Prinzessin Sandra II. (Romes) verabschiedet, die den vielfältigen Zuspruch und die Unterstützung während der vergangenen Session lobte.

Anekdoten und eine Gesangseinlage

Im Anschluss an den Auftritt der Kölner Mundartgruppe „Lupo“ marschierte die designierte Prinzessin Doris I. in Begleitung ihres Gefolges und der Musikfreunde Roisdorf Strüßjer werfend ein. Einmal mehr war es Diakon Adi Halbach, der die Proklamation mit amüsanten Anekdoten und einer Gesangseinlage zu einem ebenso kurzweiligen wie würdevollen Ereignis machte. Ortsvorsteherin Gabriele Kretschmer sowie der Ortsausschussvorsitzende und „Prinzessinnenmacher“ Wolfgang Mertgen waren die ersten Gratulanten.

Ausgestattet mit Zepter und Krone hielt die 53-jährige Mutter zweier Kinder, die im Roisdorfer Oberdorf wohnt, ihre Antrittsrede auf Platt. Mit dem Karnevalsvirus infiziert habe sie sich 2013, als sie im Gefolge der damaligen Prinzessin Angela I. (Bremm) aktiv war, berichtete Doris I. „Und diesen Virus bin ich bis heute nicht losgeworden.“

In ihrem Motto „Mir jehüre zesamme, ejal ob in Roisdorf oder der janzen Welt, mir fiere Fastelovend su wie et os jefällt“ spiegelt sich der Bläck Fööss-Klassiker „Unser Stammbaum“ wider. „Menschlichkeit und Toleranz in die Welt zu tragen, das ist der Kern dieses Liedes“, sagte die Prinzessin. „Denn wir sollten nicht vergessen: Außerhalb unser eigenen Ortschaft sind wir alle Immis.“