Wormersdorfer klettern auf die Bänke

Das hat es noch nie gegeben in der karnevalistischen Historie des Swist-Ortes: Närrischer Tollitäten-Empfang auf Burg Morenhoven. Hausherr Franz von Jordans öffnete mit seiner Familie die Räume der erstmals 1229 erwähnten Wasserburg für kleine und große Majestäten aus der Region, Vertreter von Karnevalsvereinen und Morenhovener Ortsvereine.

Swisttal-Morenhoven. (sax) Das hat es noch nie gegeben in der karnevalistischen Historie des Swist-Ortes: Närrischer Tollitäten-Empfang auf Burg Morenhoven. Hausherr Franz von Jordans öffnete mit seiner Familie die Räume der erstmals 1229 erwähnten Wasserburg für kleine und große Majestäten aus der Region, Vertreter von Karnevalsvereinen und Morenhovener Ortsvereine.

Aus ganz besonderem Grund: Franz von Jordans regiert im Morenhovener Männer-Dreigestirn als Prinz Franz I. gemeinsam mit Jungfrau Rudolfina I. (Rudolf Kreuder) und Bauer Otto I. (Clemens). Während gleich hinter dem Torturm Feuerkörbe für stilvolle Atmosphäre sorgten, waren die Räume des wahrscheinlich aus dem 17. Jahrhundert stammenden Herrenhauses mit bunten Luftballons und Papiergirlanden geschmückt.

Rheinbach-Wormersdorf.

(akk) Erst seit 2009 besitzt Wormersdorf eine eigene Karnevalsgesellschaft, doch die weiß schon längst wie man Sitzungen organisiert. Sitzungspräsident Dirk Zavelberg führte durch den langen Abend und füllte kleine Lücken mit "Verzällche" auf.

Beispielsweise damit, wie er im Sommer 2009 Telefonate für die erste KG-eigene Sitzung führte und schon damals den Termin mit der hochkarätigen "Kölsch Fraktion" für die Sitzung 2011 ausmachte. Dort mischt mit Franz-Martin Willizil, der 22 Jahre die Kölner Kultband Höhner mit Liedern wie "Kumm, loss mer fiere" und "Hey Kölle, do bes e Jeföhl" verstärkte, ein echtes karnevalistisches Urgestein mit.

Ebenfalls bei den Höhner beheimatet war der Komponist, Texter und Interpret Peter Horn ("Blotwoosch, Kölsch un e lecker Mädche", "Ich ben ne Räuber"). Bleibt noch Musiker Manni Bell. Als die drei die ersten Töne auf der Bühne anstimmten, blieb niemand mehr auf seinem Platz sitzen. Alle sangen lauthals mit, tanzten und klatschten. In den hinteren Reihen stellten sich die Jecken sogar auf die Bänke.

Nach dem ersten Lied fragte die "Kölsch Fraktion" erst einmal nach, ob auch alle im "Wormersdorfer Gürzenich" der kölschen Sprache mächtig sind. Die Antwort: Ein lautes "Ja". Danach ging es Schlag auf Schlag mit Klassikern wie "Kumm loss mer fiere" und Selbstkomponiertem weiter.

Das Publikum machte da aber kaum einen Unterschied und feierte kräftig mit. Von der ausgelassenen Stimmung profitierte auch die Band "Die 3 Colonias". Zudem präsentierten Eigengewächse wie Bernd Krupp ihr Können. Krupp tat dies in Form einer Büttenrede und erntete dafür ordentlich Beifall und belustigte Gesichter.

Außer den Wormersdorfer Tollitäten, dem ersten Dreigestirn Prinz Roswitha I., Jungfrau Conny I. und Bauer Margit I., sowie dem Kinderprinzenpaar Svenja I. und Phillip I., waren auch die Tollitäten aus Rheinbach, Meckenheim und Merl dabei. Zum Schluss heizte Marita Köllner, alias "Et fussich Julche" den Jecken in der Wormersdorfer Turnhalle mächtig ein.