Zug in Meckenheim

Zoch kommt pünktlicher als S 23

15.02.2015 MECKENHEIM. Pünktlich um 14.11 Uhr am Karnevalssonntag hat sich der Meckemer Zoch in Bewegung gesetzt - auf die Minute pünktlich. Das ist sicherlich das Verdienst von Zugleiter Andreas Hedke und der Vereinigung Meckenheimer Karnevalisten.

Andererseits könnte die Pünktlichkeit des Zuges auch den "Jecken uss Meckem", etwa 20 jungen Leute um Thomas Witt, zu verdanken sein, die in schicken Schaffneruniformen und mit Trillerpfeifen ausgestattet dem närrischen Treiben beiwohnten, mit ihrer selbst gebauten schwarzen Lok ordentlich Dampf machten und so ihre Behauptung stützten, dass seit die Regionalbahn RB 23 nur noch S 23 heißt, in Meckenheim nur der Karnevalszoch pünktlich kütt.

Ebenfalls selbst gestaltet war der Wagen der Meckenheimer Messdiener, die "mit himmlischem Beistand höllisch gut drauf" waren. "Et Lewe is e Poppespill", dieses Motto vertraten - krankheitsbedingt nur drei statt wie ursprünglich geplant acht - Fastelovendsfründe. Generationenübergreifend hatte sich eine gemeinsame Gruppe der Malteserjugend und des Seniorenhauses St. Josef gebildet. Ihr Motto: "Jung & Alt gemeinsam gut behütet".

"Em Huus un op d'r Stroß, mer machen tierisch was los", versprachen die Tagespflegekinder und ihre Betreuer der Stiftung Leuchtfeuer. "Op Freijang" präsentierten sich die "Meckenheimer Fründe" in Sträflingsgewändern. Was sie ausgefressen hatten, das wiederum wollten sie nicht verraten. Als leckere Meckemer Erdbeerchen war die Gruppe um Irmgard Klimaschewski unterwegs, die seit 28 Jahren nach eigenen Angaben immer beim Zoch der Apfelstadt dabei. Beinahe genauso lange, nämlich 25 Jahre, ist die Gruppe Manthei fester Bestandteil des Meckenheimer Straßenkarnevals.

[kein Linktext vorhanden]Die ehemaligen Fußballer des Rot-Weiß Merl feierten ebenfalls ihr Silberjubiläum. Gut gelaunt waren sie im Vogelscheuchenoutfit unter dem Motto "Keine Chance für schräge Vögel!" unterwegs. Ein silberglänzendes Flugzeug, welches der alten "Tante Ju" nicht unähnlich sah, hatten die Handballer des Rot-Weiß Merl als Motivwagen erklommen. Sie waren als selbst erklärte Bruchpiloten unterwegs.

Zünftig feierten die "Meckemer Mädche" rund um die Wirtin des Bahnhofs-Stüffje, Sandra Breutigam, auf ihrer Almhütte. Die gewonnene Fußball-WM in Brasilien feierten die etwa 20 Mitarbeiter der Baumschule Ley auf ihrem Motivwagen: "Näh wat is dat schön!" Mit Recht konnten diese stolz darauf sein, dass sie bereits beim letztjährigen Zoch verkündeten, dass Jogis Jungs den Goldpokal holen. Auf den dritten Bauabschnitt der Altstadtsanierung freuten sich die Tukus, die Turnkumpel des VFL Meckenheim, und verkündeten "Unser Dorf soll schöner werden".

26 Zugnummern und neun Prunkwagen waren beim Meckenheimer Zug unterwegs, darunter der von Kinderprinzessin Lilien I., die strahlend Kamelle und Strüßjer warf. Insgesamt knapp 800 Karnevalisten beteiligten sich. Am Kirchplatz nahmen Bürgermeister Bert Spilles und die Ehrengäste die närrische Parade ab, die von Prinzenclubpräsidentin Gabi Stiebitz moderiert wurde. Anders als in den Vorjahren gestaltete sich der Zugweg. Grund dafür war die noch laufende Altstadtsanierung. (Anita Borhau-Karsten)