Glosse zum Karneval

Zoch trifft Handwerker

Symbolbild

Umleitungen sind an Karnevalstagen keine Seltenheit. Manchmal gibt es aber schlichtweg kein Durchkommen.

Bonn. Es gibt Dinge, die müssen gemacht werden: Ob es als Handwerker allerdings die beste Idee ist, einen Termin genau dort zu machen, wo der Karnevalszug startet? Ein Durchkommen bis zum Einsatzort könnte sich schwierig gestalten. Eine jecke Glosse.

Es gibt Dinge im Leben, die sich trotz der Karnevalstage einfach nicht aufschieben lassen. Termine mit Handwerkern gehören in der Regel dazu. Seit zwei Tagen wundere ich mich daher bei jedem Gang in meine oder aus meiner Wohnung über den von der Hausverwaltung im Flur aufgehängten Zettel, der auf den Termin zur Montage der Rauchmelder in allen Wohnungen des Hauses hinweist.

Gut, so ein Rauchmelder ist sehr wichtig, keine Frage. Er hätte laut Rauchmelderpflicht ja schon seit Januar in meiner Wohnung hängen müssen. Aber wollen wir an dieser Stelle nicht päpstlicher als der Papst sein. Früher gab es offenbar keinen Termin. Aber den gibt es ja jetzt. Und da kommen wir zum Hauptproblem: Die Montage ist auf den 28. Februar terminiert.

Ein Dienstag, genauer gesagt Veilchendienstag, und exakt zu der Zeit, wenn der große Karnevalszug des Ortes direkt vor meiner Haustür startet und sämtliche Zufahrten über Stunden gesperrt sein werden.

Ob dies eine bewusste Entscheidung der Montagefirma war? Sie kommt aus dem Rheinland, Karneval sollte daher nicht unbekannt sein. Auf meine Nachfrage per E-Mail, ob es ein Fastelovendscherz sei, hat die Hausverwaltung bislang nicht reagiert. Offenbar denkt man sich dort: „Die Firma wird schon irgendwie durchkommen“. Oder auf Rheinisch: „Et hätt noch emmer joot jejange.“

Aus Erfahrung – ich habe dies im vergangenen Jahr als Neu-Zugezogener versucht – versichere ich Ihnen: Sie werden es nicht schaffen. Und ich muss weiter auf meine Rauchmelder warten.